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Ein Grund dafür wird in den gestiegenen Anforderungen an die Langlebigkeit pneumatischer Antriebskomponenten gesehen. „Der robuste Werkstoff Edelstahl“, bemerkt Keck, „stellt das sicher.“ Er erfüllt die Anforderungen an eine erhöhte Temperatur-, Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit, die von der Pneumatik in der Handhabungstechnik immer häufiger verlangt werden.
Komplettes Pneumatik-Programm aus Edelstahl im Angebot
In den vergangen Jahren hat diese Entwicklung zugenommen. Ralf Friedrich, Produktmanager bei der Camozzi GmbH, Albershausen, verweist dabei auf die Pflichtenhefte, in denen oft die Werkstoffspezifikationen für Anwendungen in der Lebensmittel-, Pharma- und Chemiebranche vorgegeben werden. Aus diesem Grund hat auch die italienische Camozzi-Gruppe mit 21 Niederlassungen weltweit seit geraumer Zeit ein komplettes Programm aus Edelstahl für Pneumatikanwendungen im Portfolio.
Die Nahrungsmittel- und Verpackungstechnik sind für pneumatische Antriebssysteme der zweitgrößte Anwendungsbereich. Laut einer Analyse des Fachverbands Fluidtechnik im VDMA waren sie im vergangenen Jahr für gut 9% des Branchenumsatzes verantwortlich. Heute dürfte der Anteil aufgrund des krisenbedingten Umsatzeinbruchs in anderen Bereichen zweistellig sein.
Insbesondere im größten Anwendungsbereich hat die weltweite Wirtschaftskrise deutliche Spuren hinterlassen: in der klassischen Montage-, Handhabungs- und Robotertechnik. So gewannen Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen an Attraktivität. Das zeigt sich zum Beispiel am breiter gewordenen Spektrum an Baugrößen und -formen bei Pneumatikzylindern, Verschraubungs- und Verbindungselementen aus Edelstahl.
Möglicher Preisanstieg bei Edelstahl kann den Absatz nicht gefährden
Gerade diese Komponenten kommen bei der Lebensmittelherstellung und -verpackung in Kontakt mit den Rohstoffen oder dem Produkt. Sie befinden sich im Arbeitsraum der Maschinen, auf der Aktorseite pneumatischer Antriebssysteme – und müssen daher häufig gereinigt werden. Das geschieht teilweise mit sehr aggressiven Reinigungsmitteln. Daraus ergibt sich laut Friedrich die Forderung nach hoher Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit, weshalb in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie Edelstahl als Komponentenwerkstoff vorgeschrieben werde.
Folglich sei dessen Platz als Standardwerkstoff in der Pneumatik sicher, meint der Camozzi-Produktmanager – selbst bei hohen Edelstahlpreisen wie vor drei Jahren: „In gewissen Anwendungsbereichen ist eine Werkstoffsubstitution quasi unmöglich“, sagt Friedrich.
Das gilt insbesondere für Zylinder, für die heute Edelstahl in ähnlich großen Mengen wie andere Metalle benötigt wird. „Bei Pneumatikzylindern haben sich Aluminium, Messing und Edelstahl bewährt“, berichtet Keck. An dieser Konstellation änderte sich auch wenig während des weltweiten Wirtschaftsbooms in den vergangenen Jahren – trotz der damaligen hohen Edelstahlpreise.
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