International Batteriepolitik: Welche Strategien haben die führenden Länder?

Quelle: Pressemitteilung von Fraunhofer ISI 2 min Lesedauer

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Weltweit entwickeln Länder politische Strategien für Batterietechnologien oder passen diese an globale Entwicklungen an. Eine Studie des Fraunhofer ISI gibt einen Überblick.

(Bild:  MM Maschinenmarkt)
(Bild: MM Maschinenmarkt)

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISI vergleicht die unterschiedlichen Strategien führender Länder bei der Batteriepolitik. Im Zentrum des Berichts stehen Lithium-Ionen-, Feststoff- und alternative Batterien. Im Rahmen der Studie analysierten die Autoren nationale Ankündigungen, Veröffentlichungen und Roadmaps, in denen

  • politische und technische Ziele,
  • die wichtigsten Leistungsindikatoren und
  • Finanzierungsstrategien der Länder beschrieben sind.

Untersucht wurden dabei:

  • Japan,
  • Südkorea,
  • China,
  • die USA,
  • Europa und
  • Deutschland.

Unsere Bildergalerie zeigt die Ergebnisse der einzelnen Länder im Detail

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Fördermittel in der Batterieforschung haben weltweit stark zugenommen

Die Ergebnisse zeigen, dass alle Länder eigene Ziele verfolgen, um unabhängiger von internationalen Lieferketten zu werden. Klimaneutralität bis 2045 (Deutschland) oder 2050 ist ein weiteres gemeinsames Ziel, mit Ausnahme von China (2060), aber länderspezifische Ziele für Nachhaltigkeit und Recycling unterscheiden sich stark.

Es wurde auch deutlich, dass alle Länder ihre öffentliche Finanzierung von Forschung und Entwicklung (F&E) seit 2014 deutlich erhöht haben, auch aufgrund neuer Strategien (USA: Bipartisan Infrastructure Act, Japan: Green Growth Strategy, Korea: Secondary Battery Innovation Strategy) sowie strategischer Programme (Deutschland: Dachkonzept Batterieforschung 2023) ab dem Jahr 2020. Die Fördermittel haben sich für die Länder im Vergleich zur Situation vor 2020 verdoppelt oder sogar verdreifacht.

Eine länderübergreifende Analyse in der Studie zu wichtigen Leistungsindikatoren wie gravimetrische und volumetrische Energiedichte, Zykluslebensdauer oder Kosten ergab, dass jedes Land eine unterschiedliche Anzahl von Leistungsindikatoren (englisch: KPIs) mit unterschiedlichem Machbarkeitsgrad definiert: Einige der Länder setzen auf eine Vielzahl von KPIs, zum Beispiel China für Lithium-Ionen-, Feststoff- und alternative Batterien auf der Basis von Flüssigelektrolyten. Andere wie Südkorea konzentrieren sich auf eine kleinere Anzahl von Kern-KPIs für spezielle Technologien wie Feststoff-, Lithium-Schwefel- und Lithium-Metall-Batterien.

In einigen Fällen werden die KPIs als zu erreichende Ziele definiert, die durch öffentliche Förderprogramme erreicht werden sollen (zum Beispiel das US-Energiedichteziel von 500 Wh/kg im Battery500-Konsortium) oder in anderen Fällen werden sie auf Technologien der nächsten Generation mit noch ungewisserem Entwicklungspotenzial angewandt (zum Beispiel Japans Ziele zur Kommerzialisierung von Zinkanoden-/Fluorid-Shuttle-Batterien nach 2030).

Alle untersuchten Länder haben recht aktuelle Strategien für Batterie-Ökosysteme

„Unsere Studie zeigt, dass alle Länder aufgrund der kritischen Phase des Markthochlaufs bei der Elektromobilität zwischen 2020 und 2030, der aktuellen geopolitischen Lage und dem Bestreben nach Technologiesouveränität recht aktuelle Strategien haben“, so Projektleiter Dr. Axel Thielmann vom Fraunhofer ISI. „Diese sind immer stärker markt- und industrieorientiert und angebots- und nachfrageseitige Maßnahmen zur Entwicklung zirkulärer Batterie-Ökosysteme werden zunehmend kombiniert.“

Den Studienautoren zufolge gibt es nicht den einen richtigen Weg zur Förderung der Technologieentwicklung, wie der Erfolg Chinas unterstreiche: Das Land habe eine robuste, international wettbewerbsfähige Batterie-Wertschöpfungskette aufgebaut und sei führend in der Batterieforschung und -entwicklung. Künftige politische Strategien sollten sich laut Fraunhofer ISI stärker auf zentrale Leistungsindikatoren und das Monitoring des Status Quo stützen, besonders vor dem Hintergrund der immer größer gewordenen Förderbudgets und deren adäquaten Einsatz. Es wäre den Forschern zufolge auch von Vorteil zu klären, wie diese Leistungsindikatoren in laufende F&E-Aktivitäten integriert werden könnten, um Fortschritte bei der Kommerzialisierung optimierter Lithium-Ionen-Batterien auch abbilden zu können.

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