Eine Umfrage von Proglove zeigt: Wenn es um Effizienzsteigerungen im Lager geht, sollten Unternehmen auf ihre Mitarbeiter vertrauen. Und ihnen die richtigen Tools zur Datenerfassung – buchstäblich – an die Hand geben.
Zu viele Führungskräfte beschäftigen sich mit der Aufrechterhaltung der Produktivität ihrer Mitarbeiter.
(Bild: Proglove)
Heute bestellt, morgen geliefert: Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir gar nicht mehr fragen, wie Amazon und Co. das überhaupt schaffen. Mit Digitalisierung? Klar, das ist die Grundlage, über die gesamte Wertschöpfungskette, in der Logistik zum Endkunden, vor allem aber in den Lagern selbst. Ultrakurze Pick-Zeiten, flexible Kommissionierung, geringe Fehlerquoten, minimale Kosten und am Ende zufriedene Kunden. Das sind die Merkmale eines effizienten Lagers. Technologie macht das alles erst möglich, aber am Ende sind es doch Menschen, die Schachteln aus den Regalen holen und zu versandfertigen Paketen packen.
Die Ansprüche der Kunden werden weiter steigen. „Online bestellen, im Laden abholen“ ist einer der Trends. Die Lager rücken dadurch noch näher an die letzte Meile, die Durchlaufzeiten verkürzen sich weiter. Gleichzeitig sind die Lieferketten in Pandemie- und Kriegszeiten volatiler denn je. Auch darauf müssen die Lager reagieren, etwa indem Vorräte aufgestockt werden. Es gibt kein Entrinnen: Lager müssen effizienter werden. Das ist möglich, denn das perfekte Lager gibt es nicht. Man kann immer etwas verbessern. Das ist fast schon ein Naturgesetz. Doch warum tun sich Unternehmen dann so schwer damit? Unter anderem hängt das damit zusammen, dass sie ungenaue Fragen stellen. Zudem finden diese Fragen nicht immer den besten Adressaten.
Nur 9 Prozent setzen Empfehlungen wirklich um
Das Grundproblem dabei sind Beratungsunternehmen, die ihre Experten, mit Papier und Bleistift bewaffnet, in den Betrieben der Kunden ausschwärmen lassen. Dort laufen sie neben den Lagermitarbeitern her und notieren (vermeintlich) alles. Wochen später erhalten die Werker dann einen Bericht, der anhand von Stichproben niemals alle Feinheiten der Prozesse erfassen kann. Psychologen wissen außerdem, dass Menschen ihr Verhalten verändern, wenn sie beobachtet werden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass nur neun Prozent der Unternehmen die Empfehlungen der Berater vollständig umsetzen. Diese Zahl stammt aus der Umfrage „Produktivität im Lager“ im Auftrag von Proglove. Dabei wurden mehr als 800 Lagermitarbeitende und deren Vorgesetzte in Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten befragt.
Nur 9 Prozent der Unternehmen folgen vollständig den Empfehlungen ihrer Berater.
(Bild: Proglove)
Ebenfalls problematisch ist der in den meisten Lagern vorherrschende Top-Down-Ansatz auf der Basis von ERP- oder Warehouse-Management-Systemen. Diese bilden zwar den Ist-Zustand ab und sind deshalb unverzichtbar. Was die Mitarbeiter aber konkret ausbremst oder beflügelt – dazu sagen diese Systeme wenig.
Doch was ist der richtige Weg? Die richtigen Mitarbeiter seien essenziell für die Aufrechterhaltung und Steigerung der Produktivität, sagt die Mehrheit der Befragten. Auf Platz zwei landet die Verbesserung von Prozessen und Arbeitsabläufen. Die Optimierung von Raum und Layout des Lagers wird an dritter Stelle genannt. Technologie schafft es nicht aufs Siegertreppchen. Ist sie deshalb unwichtig? Im Gegenteil: Geeignete Tools helfen, Effizienzhemmnisse in den Prozessen zu entdecken. Zudem erleichtern sie die physische Arbeit.
Noch zu viele Kommissionierfehler
Es kommt allerdings auf die richtige Technologie an. Im Schnitt 32 Kommissionierfehler pro Woche und Station beklagen die Befragten. Der häufigste Fehler seien Artikel in falschen Behältern. Eine Technologie muss also helfen, diese Fehler zu reduzieren und Ineffizienzen bei Artikelstandorten sowie Entfernungen und Zeiten zwischen den Entnahmen aufzuzeigen. Entscheidend aber ist, dass die Technologie von den Mitarbeitern akzeptiert wird. Dies trifft zum Beispiel auf Wearable-Scanning-Lösungen zu. Der Mitarbeiter trägt dabei einen Handschuh oder eine Manschette mit einem Scanner. 54 Prozent der Befragten wünschen sich darüber hinaus umfassende Scandaten in Echtzeit, die auch Scanfehler aufzeigen. Ineffiziente Prozesse, ungünstige Artikelstandorte und wiederkehrende Fehler bei der Kommissionierung lassen sich mithilfe solcher Daten schnell entdecken.
Erfahrungen bei Kunden zeigen, dass Proglove bis zu sechs Sekunden pro Scan einspart. Das klingt wenig, summiert sich aber in großen Lagern mit zigtausenden Warenbewegungen pro Tag auf stattliche Zeiteinsparungen; erst recht, wenn dabei auch die Zahl der Kommissionierfehler abnimmt. Die Effizienz steigt um bis zu 20 Prozent, berichten Proglove-Kunden.
Vorhandene Mitarbeiter bestmöglich unterstützen
Noch ein weiteres Argument spricht für die Einführung von Wearable-Tools: die geringere physische und psychische Belastung der Mitarbeiter. Tatsächlich nannten 43 Prozent der Befragten der oben erwähnten Studie Erschöpfung, Müdigkeit und gesundheitliche Beschwerden als ständige Begleiter ihrer Arbeit und als Hindernis für weitere Effizienzsteigerungen. Für die Unternehmen ist das alarmierend, weil sie es ohnehin schon schwer haben, qualifizierte Mitarbeiter für diese belastende Tätigkeit zu finden. Um so wichtiger ist es, die Mitarbeiter, die man hat, so gut wie möglich zu unterstützen und gesund zu erhalten. Auch hier kann Wearable Tech helfen. Sie spart unnötige Laufwege und verringert unnötige Tätigkeiten. Und sie reduziert die Fehlerquote und damit den Frust der Mitarbeiter, die nicht schon wieder zum x-ten Mal zu einem anderen Regal laufen müssen, weil der angegebene Lagerplatz nicht gestimmt hat. Wearable Tech steigert unmittelbar die Mitarbeiterzufriedenheit. Die Sorge des Managements, die Werker könnten die Technologie ablehnen, nur weil sie neu ist, hat sich in vielen Projekten als unbegründet erwiesen. Die Mitarbeiter spüren sofort eine konkrete Entlastung.
Stand: 08.12.2025
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Bei der Optimierung eines Lagers ist also zweierlei wichtig: erstens verlässliche Daten direkt vom Ort des Geschehens und zweitens ein Vertrauen der Mitarbeiter in diese Daten. Es ist nur natürlich, dass dieses Vertrauen dann am größten ist, wenn die Mitarbeiter diese Daten selbst erzeugen. Der Rat an das Management lautet: Top-Down-Ansätze sind nur die halbe Miete. Um die wahre und vor allen Dingen auch vollständige Geschichte der Lagerhallen erzählen zu können, braucht es auch die Bottom-Up-Sicht. Mit anderen Worten: Die Perspektive der Mitarbeiter ist zwingend erforderliche. Kommen dazu noch die richtigen Tools und Software-Lösungen zum Einsatz, stellt sich der Produktivitätsschub fürs Lager fast von allein ein. (bm)
* Axel Schmidt ist Senior Communications Manager bei der Workaround GmbH in 81379 München, Tel. +49 89 262035036, axel.schmidt@proglove.de