EBM-Papst Produzieren in Deutschland lohnt sich
Am 17. Juli 2008 weiht EBM-Papst sein neues Montagewerk für größere Motoren und Ventilatoren am Standort Mulfingen-Hollenbach in Baden-Württemberg ein. Über Energieeffizienz, die Gründe, in Deutschland zu investieren, und die Unternehmensziele sprachen wir mit Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der EBM-Papst-Gruppe.
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MM: Herr Beilke, welche Ziele hat die Innovationsoffensive, die Sie ins Leben gerufen haben?
Beilke: Wir haben etwa 60 neue Produkte, die wir im Laufe dieses Geschäftsjahres vermarkten werden. Unsere Kernkompetenzen sind Motor, Strömung und Elektronik und in diesen Bereichen bleiben wir auch. Wir glauben, dass eine F&E-Quote von 5% bei einem so großen Unternehmen wie unserem ordentlich ist.
Wenn wir uns weiterentwickeln, dann muss zumindest eine unserer drei Fachkompetenzen gefragt sein, entweder Motor, Strömung oder Elektronik, und der Vertrieb muss passen. Also wir werden nicht irgendein Produkt entwickeln, zu dem wir keine Vertriebsstruktur haben.
MM: Bisher ist Ihre Forschung und Entwicklung hier in Deutschland zentriert. Wird das so bleiben?
Beilke: Die Grundlagenforschung wird hier bei uns in Deutschland bleiben, aber die Applikationsentwicklung wird sich auch vermehrt in anderen Märkten ausbreiten. In den USA machen wir das bereits und in China fangen wir jetzt auch damit an.
Hier in Deutschland produzieren wir Hightech-Produkte, wie zum Beispiel die Hyblades. Das sind Ventilatoren mit einem Kern aus Aluminium und Schaufeln aus Kunststoff. Diese Ventilatoren sind erstens leiser als andere Ventilatoren. Zweitens haben sie einen hohen Wirkungsgrad aufgrund von optimierten Flügelgeometrien durch Kunststoffeinsatz. Und drittens sind sie um einiges leichter als Ventilatoren aus Blech oder Aluminium, dadurch sparen sie auch im Transport Energie. Sie merken, wir gehen überall auf das Thema Energiesparen ein, und der Innovationsplan, den wir uns aufgestellt haben, der wird ordentlich abgearbeitet.
MM: Ihre Produkte stehen seit jeher in engem Zusammenhang mit Energieeffizienz. Wo sehen Sie noch Potenzial für Effizienzsteigerungen in Ihrer Produktreihe heute?
Beilke: Was die reine Motorenentwicklung angeht, wird das schwierig; denn wenn man 90% der eingespeisten Energie auf die Welle bekommt oder auf den Rotor, dann wird es eng. Viel mehr Potenzial sehen wir an dem, was hinterher außen dran kommt, an den Flügeln zum Beispiel. Warum muss der Flügel aus Blech oder aus Kunststoff sein, warum kann man den Flügel nicht zum Beispiel aus Holz machen? Da gibt es eine ganze Reihe von interessanten Überlegungen bei uns, wie man in dieser Richtung weiterkommen könnte.
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