Messtechnik

Prozesskräfte lokal aufnehmen und bewerten

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Simulation bestätigt Messeffekt

Eine FE-Simulation des PtU zur Überprüfung dieses gemessenen Effektes zeigt, dass auch dabei die Schraubenzusatzkraft in gleicher Weise vom Referenzverlauf abweicht. Der Einbauort der Piezobolts im Werkzeug entspricht dabei der Position 1 in der Simulation. Anhand dieses Abgleichs wird die Aussagekraft der Messwerte bestätigt, das heißt, die Piezobolts geben den realen Prozesskraftverlauf wieder.

Die Simulation zeigt weiterhin, dass auch die Lage des Fehlers zur Kraftmessschraube die Charakteristik des Kraftverlaufs wesentlich beeinflusst: Während die dem Bauteilfehler zugewandten Schrauben eine geringere Zusatzkraft erfahren, zeigen die weiter entfernten Schrauben eine im Vergleich zum Referenzverlauf höhere Zusatzkraft. Dieser Effekt verdeutlicht das enorme Potenzial der Piezobolts auch zur lokalen Werkzeugüberwachung. Über die Detektion des Prozessfehlers hinaus können die Sensorschrauben dazu genutzt werden, Werkzeugverkippung oder unsymmetrische Werkzeugbelastung zu erkennen. Die lokale Werkzeugüberwachung kann insbesondere bei großflächigen Werkzeugen einen entscheidenden Mehrwert bieten.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden auf dem 12. Umformtechnischen Kolloquium Darmstadt (UKD) am 10. und 11. Juni in Darmstadt vorgestellt. MM

* Dr.-Ing. Jörg Stahlmann verantwortet bei der Consenses GmbH Marketing und Vertrieb, Matthias Brenneis M.Sc. Technik und Entwicklung; Joachim Hauß M.Sc. ist Bereichsleiter Kunststoff bei der Werner Schmid GmbH; Dominik Kraus M.Sc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Peter Groche ist Leiter des Institutes für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt; weitere Informationen: Jörg Stahlmann, Tel. (0 61 51) 16 77 50 80, info@consenses.de

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