Kühlschmierstoff-Konzepte

Punktgenauer Kühlstrahl erzielt beste Wirkung

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Die MMS-Bearbeitung wird laut Nahl aufgrund der niedrigeren Energiekosten gerade im Bereich der Serienfertigung eingesetzt. Sie biete Vorteile wie Kostensenkung durch die Einsparung der KSS-Anlage (Ver- und Entsorgung), einen geringeren Energieverbrauch (Wegfall von KSS-Pumpen) und reduzierte Entsorgungs- und Wiederaufbereitungskosten der Späne.

„Die Auslegung des Prozesses ist allerdings aufwendiger”, erklärt der Grob-Geschäftsführer, „weil gewisse Bearbeitungsreihenfolgen aufgrund der Wärmeeinbringung beachtet werden müssen.” Bei MMS sei es notwendig, die Wärmeeinbringung durch den Prozess sowie durch die Umwelteinflüsse zu berücksichtigen und an den Maschinen die Vorkehrungen zur Temperaturkompensation zu betrachten.

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Hochdruckkühlung mit genauer Zuführung ist zunehmend gefragt

Im Anwendungsbereich Powertrain ist aus Sicht von Grob ein Umbruch zur MMS-Bearbeitung zu verzeichnen. Aufgrund der europäischen Vorgaben zur Energieeinsparung werde in Europa zunehmend die MMS-Technologie eingesetzt. „Es gibt teilweise weltweit agierende Unternehmen, die die MMS-Bearbeitung als Standard gesetzt haben”, so Nahl. „Im asiatischen Raum wird fast nur mit Emulsion produziert und ähnlich verhält es sich im südamerikanischen Raum.” Als Abschätzung für den Powertrain beziffert er die Überflutungskühlung auf einen Anteil von 60 % und MMS auf 35 %.

Zunehmend gefragt ist die sogenannte Hochdruckkühlung. Dabei wird die Spanzone nicht einfach mit Kühlmittel geflutet, sondern der Kühlschmierstoff gelangt gezielt und mit Hochdruck zwischen Span und Werkzeugschneide. „Wenn auf Kühlschmierstoff nicht verzichtet werden kann, ist die Hochdruckkühlung – zusammen mit einer präzise ausgerichteten Zuführung – sicherlich von Vorteil”, urteilt Sandvik-Manager Christoffel. „Daher sehen wir dort auch die größten Zuwächse.” Er verweist aber darauf, dass Hochdruck nicht mit großer Menge gleichzusetzten sei. Die Volumenströme könnten bei der Hochdruckkühlung durchaus gering sein.

Steigende Tendenz zur Hochdruck-Innenkühlung

Auch bei Haas hat man eine steigende Tendenz zur Hochdruck-Innenkühlung registriert. „Die Kunden erkennen zunehmend die höhere Wirtschaftlichkeit dieser Option”, sagt Geschäftsführer Thing. Für das Anwendungsgebiet Drehen schätzt Horn-Technikleiter Kannwischer, dass etwa 20 % der Maschinen über Hochdrucksysteme mit 80 bar verfügen. „Die Hersteller liefern neue Maschinen vermehrt mit 80 bar durch den Revolver, daher gibt es hier eine steigende Tendenz. Höhere Drücke mit 150 bar werden bisher nur punktuell für Spezialanwendungen genutzt.”

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