Teilereinigung

Qualitätsstandards der Automobilindustrie mit VDA-Band 19 transparent umsetzbar

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Schmutzpartikel dieser Größe können auch das Verschließen von Einspritzinjektoren beeinträchtigen. Die Pumpe verschleißt aufgrund von Abrasion. Die Konsequenz sind Fehleinspritzungen. Die Folgen sind eine reduzierte Pumpenleistung sowie ein verringerter Wirkungsgrad. Auch bei medienführenden Bauteilen für Kraftstoffeinspritzsysteme gilt, dass Partikel ab einer Größe von 50 µm reglementiert werden und Partikel ab 300 µm nicht zulässig sind. Ähnliche Studien existieren für den Automatikbetrieb, für Motoren und für elektronische Steuersysteme und Lenksysteme.

Gesamte Fertigungsstruktur birgt Verschmutzungsquellen

In der Halbleiter- und Pharma-Industrie hat man das Problem der Partikelverschmutzung bereits gelöst. Dort besteht die Gefahr der Kontamination durch Schmutzeintrag in die Fertigung. So muss die Fertigung vor allem gegen Einflüsse von außen abgeschirmt werden. Dagegen entsteht der Schmutz bei der Fertigung von Automobilteilen direkt vor Ort – bei der Werkstückbearbeitung. Im Gegensatz zu Halbleiter- und Pharmaprodukten findet die Fertigung von Automobilteilen in einer „normalen“ Fabrikhalle statt.

Die Effizienz der Automobilproduktion fordert hohe Stückzahlen bei kurzen Taktzeiten. Schnelltaktende Fertigungslinien sind in der Regel hochgradig automatisiert. Fertigungslinien bearbeiten spanend eine Vielzahl komplexer Metallteile. Sie produzieren daher auch Partikel. Eine weitere Besonderheit der Automobilindustrie liegt in deren weit verzweigten Zuliefernetzen und damit in den teilweise langen Transportwegen der korrosionsanfälligen Teile. Auch sie können Ursache für Verschmutzungen sein. Jedoch entstehen „kritische“ Partikel meist bei der Bauteilfertigung, bei Verfahren wie Gießen, Fräsen, Drehen, Bohren, Polieren und Härten (Bild 2).

Internationale Maßstäbe sind in der ISO 16232 (Juni 2007) vermerkt

Als „Standard“ zur Bestimmung der technischen Sauberkeit hinsichtlich der Partikelverschmutzung von Automobilteilen gilt in Deutschland der VDA-Band 19: „Prüfung der technischen Sauberkeit von Partikelverschmutzungen funktional relevanter Automobilteile als nationaler Standard.“ Internationale Maßstäbe sind in der ISO 16232 (Juni 2007) vermerkt.

Bis vor drei Jahren hat es dagegen bezüglich der Sauberkeitsbestimmung sehr unterschiedliche betriebliche Vorschriften mit teilweise firmenintern erarbeiteten Standards gegeben. Ein unterschiedlicher Wissensstand in der Zulieferindustrie war die Folge – und ein „babylonisches Sprachgewirr“. Das hatte immer wieder zu einem problematischen Kunden-Lieferanten-Verhältnis geführt.

Aus diesem Grund wurde 2001 das Projektteam Tecsa (Technische Sauberkeit) ins Leben gerufen. Es besteht aus führenden Automobilherstellern, Zulieferern sowie Herstellern von Reinigungsanlagen, Spülanlagen und -einrichtungen. Das Resultat der Zusammenarbeit ist der VDA-Band 19. Analog dazu entwickelte ein internationales Projektteam die ISO 16232. Sie wurde Juni 2007 als ISO-DIN-Norm fertiggestellt.

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