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Nach drei Jahren liegen nun Erfahrungen im Umgang mit dem VDA-Band 19 vor. Weitere Verbesserungen werden angestrebt. So hat man in der Montage weitere Verschmutzungsquellen ausgemacht. Diese Kontaminationen entstehen unabhängig vom Fertigungs- und Waschprozess. Als Schmutzquellen wurden Montageanlagen und -arbeitsplätze, Fügeverfahren, Montagewerkzeuge, Logistik sowie Umwelt- und Personaleinflüsse lokalisiert.
Das Fraunhofer IPA hat daher auch kontaminationskritische Prozesse bei der Montage ins Blickfeld der Branche gerückt. Referenzprojekt und Vorlage zum analogen Vorgehen ist dabei der VDA-Band 19. Ziel ist ein Industrieverbund aus beteiligten Unternehmen und dem Fraunhofer-Institut. Dazu fand im März 2007 ein Treffen statt, zu dem 96 Industrievertreter – repräsentativ für 50 Firmenstandorte – kamen.
Erarbeiten einer Richtlinie zur Montagesauberkeit
Inzwischen gibt es dieses Projektkonsortium, mit dem Arbeitstitel Montsa (Montagesauberkeit). Daran beteiligt sind 25 Industriefirmen unter der Leitung des Fraunhofer IPA. Start war Oktober 2007. Inzwischen sind Szenarien für Prozesse wie Schrauben und Schüttguthandhabung mit Handlungsoptimierungen entwickelt. Erarbeitet werden Methoden zur Bestimmung von Montagekontaminationen und Fertigungseinflüssen ebenso wie Sauberkeitsprüfverfahren für Enderzeugnisse.
Hauptziel ist das Erarbeiten einer Richtlinie zur Gestaltung der reinheitsgerechten Montage. Vision ist ein Partikelkatalog, mit dem Kontaminationen ihren Ursachen zugeordnet werden können. Das Ergebnis der Arbeit kann ein Bauteilhandbuch zur Gestaltung einer Komponentenmontage sein. Teilnehmer am „Kick-off-Treffen“ im September 2007 waren namhafte Automobilhersteller und Zulieferer. Die Dauer des Montsa-Projekts wird auf zwei bis drei Jahre kalkuliert.
Dr. Thomas Isenburg ist wissenschaftlich-technischer Journalist in Bochum. Dipl.-Ing. Christian Ernst, Dipl.-Phys. Markus Rochowicsz und Dipl.-Ing. Günther Schmauz arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter im Arbeitsgebiet Rein- und Mikroproduktion am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in 70504 Stuttgart.
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