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Regulierung

Reach macht vor allem den Kleinen sehr viel Arbeit

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Wie er weiter erläuterte, besteht der Zulassungsantrag aus einem Stoffsicherheitsbericht, einer Analyse der Alternativen und einer sozioökonomischen Analyse zum Nichtgebrauch der Substanz verglichen mit den gesamtgesellschaftlichen Kosten. „Insbesondere mit dem letzten Punkt werden KMU Schwierigkeiten haben“, prognostizierte Zimmer. Woher solle ein Lohnbeschichter wissen, wie das Teil ersetzt werden könne, wenn er nicht einmal den Einsatzzweck genau kenne? „Der lapidare Satz ‚Sprich mal in der Lieferkette‘ hat es in sich“, erläuterte der Eupoc-Chef weiter – die seien heutzutage verschachtelt und komplex. Kaum ein Beschichter habe eine direkte Beziehung zum Endkunden. Und auch die Betrachtung aller relevanten Alternativen auf ihre technische und wirtschaftliche Machbarkeit hin habe ihre Tücken: „Was bedeutet ‚relevant‘ in diesem Zusammenhang?“, fragte Zimmer. Das sei bisher nicht überschaubar.

„Reach bedeutet für KMU: Ich muss mir Verbündete suchen“, bilanzierte Zimmer. Unternehmer müssten sich entscheiden, mit wem sie zusammengehen wollten, abwarten sei keine Alternative.

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Konsortium erstellt Dokument für die Reach-Autorisierung

Wie eine solche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aussehen kann, erläuterte Dr. Martin Kleban, Lanxess GmbH, am Beispiel des Chromium Trioxide Authorization Consortium (CTAC). Darin haben sich nach seinen Angaben circa 150 Unternehmen zusammengeschlossen, davon 120 Galvanisierer, die zehn größten Hersteller und Importeure sowie Formulierer. „Das Konsortium hat das Ziel, ein Dokument zu erstellen, das man für die Autorisierung nach Reach einreichen kann“, sagte Kleban. Das Einreichen selbst müssten dann die Unternehmen übernehmen.

Das Dokument soll eine Joint Application sein, gerichtet an das obere Ende der Lieferkette. Darin könne man alle Antragssteller zusammenfassen. „Das gemeinsame Einreichen spart Gebühren und ermöglicht eine einheitliche Position bei der Public Consultation im Verlauf des Zulassungsprozesses“, begründete Kleban das Vorgehen. Nachteil für das eine oder andere der beteiligten Unternehmen könne aber sein, dass der Antrag nicht optimal auf das eigene Geschäft abgestimmt sei.

Bisher haben elf Unternehmen die CTAC-Absichtserklärung unterzeichnet, damit sind laut Kleban nahezu 100 % des Importvolumens von Chromtrioxid abgedeckt. „Das sichert die Verfügbarkeit von Chromtrioxid. Die Autorisierung deckt auch die Mehrzahl der Beschichter über die Importeure ab“, sagte der CTAC-Vertreter. Wenn die Zulassung erteilt werde, seien alle Beschichter dabei, die sich mit ihren Anlagen im Rahmen des CTAC-Dossiers befänden. Die Anwender müssten nur noch die technischen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und nach dem Sunset Date die Echa notifizieren, dass sie den zugelassenen Stoff einsetzen.

Als Konkurrenz zum Vecco e.V., der als Verband vor dem Europäischen Gerichtshof klagt, sieht Kleban das CTAC nicht, vielmehr würden die Aktivitäten sich ergänzen. „Wenn der Vecco mit seiner Klage vor dem EuGH Erfolg hat, stellen wir unsere Arbeit als CTAC sofort ein“, sagte Kleban. Allerdings könne man sein Geschäft nicht darauf aufbauen, dass so ein Urteil komme.

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