FVK-Lawine

Recycling von Windkraft-Rotorblättern wird zur Herkulesaufgabe

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Vor diesem Hintergrund hat das Umweltbundesamt (UBA) 2022 eine umfassende Studie erarbeitet. Sie liefert nun Standards für eine qualitativ hochwertige und zugleich wirtschaftlich sinnvolle Aufbereitungs- und Behandlungsstrategie für Rotorblätter. Die Rotorblätter bestehen im Wesentlichen aus einer Ober- und Unterschale in Sandwich-Bauweise. Diese können in drei Fraktionen unterteilt werden: Faserverbundwerkstoffe, Metalle und Schäume, Balsaholz und Beschichtungen. Bei neueren und größeren WKA trifft man außer auf GFK aber verstärkt auf CFK. Zu beachten ist auch, dass als Ausgleichsmasse in Rotorblätterspitzen teilweise Bleischrot verwendet wird. Und das Schwermetall Blei ist bekanntlich alles andere als unkritisch für Mensch und Umwelt.

Es wird prognostiziert, dass bis zum Jahr 2040 in Deutschland zwischen 326.000 und 430.000 Tonnen reine glasfaserverstärkte Kunststoffabfälle aus Rotorblättern vorliegen. Für den gleichen Zeitraum ergeben die Analysen für einen Abfallmix aus CFK und GFK, dass die zu erwartende Menge aus Rotorblättern, zwischen 77.000 und 212.000 Tonnen liegen dürfte. Zum Vergleich: Das Müllaufkommen einer Stadt wie Bremen beträgt etwa 300.000 Tonnen. Die geschätzten jährlichen Abfallmengen liegen verteilt auf beide FVK-Typen zwischen 3.000 bis 75.000 Tonnen GFK und zwischen 1.000 bis 3.000 Tonnen CFK. Laut der besagten Studie des Umweltbundesamtes wird es Anfang der 2030er-Jahre zu einem starken Anstieg dieser Art von Materialabfall kommen. Die Datenerhebung sei aber schwierig.

So könnten WKA-Rotorblätter sinnvoll recycelt werden

Das UBA schlägt deshalb vor, einen Produktpass für Windenergieanlagen beziehungsweise Rotorblätter einzuführen. Denn damit könne das Abfallmanagement deutlich verbessert werden. Und zwar deshalb, weil detaillierte Produktkenntnisse die Recyclingprozesse erleichtern. Darüber hinaus können Beschreibungen der verwendeten Materialien hinsichtlich Art, Menge und Lage im Rotorblatt – gegebenenfalls mit Demontagehinweisen – die Aufbereitung erheblich verbessern. Betrachtet man die Zerkleinerung von Rotorblattabfällen, so ist es das primäre Ziel, die Komponenten möglichst vollständig aufzuschließen. Wichtig ist dabei die Abtrennung der metallischen Materialien und der wertvollen CFK-Bestandteile. Die Rotoren werden für das Recycling dann schrittweise zerkleinert. Die Vorzerkleinerung der Rotorblätter orientiert sich an den Abmessungen der Transportbehälter mit Längen zwischen 6 und 12 Metern. Dabei sollten die Zerkleinerungsschritte in möglichst wenigen Stufen erfolgen. Insbesondere sind Staubemissionen zu vermeiden, weshalb der Prozess der Demontage grundsätzlich in geschlossenen Räumen durchgeführt werden sollte. Dies verbessert den Arbeitsschutz und reduziert auch den Lärm, der dabei entsteht. Sägestäube können mit Flüssigkeiten gebunden, um sie aufzufangen. Das Bleischrot muss allerdings besonders behandelt werden, damit es nicht schaden kann.

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