Was ist ein Cobot? Wo kann er eingesetzt werden? Und was gilt es dabei zu beachten? Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick.
Unter einem Cobot versteht man einen kollaborativen Roboter.
(Bild: zapp2photo - stock.adobe.com)
Was sind Cobots?
Der Begriff „Cobot“ stammt aus dem Englischen. Er setzt sich aus dem Wörtern „collaborative“ und „robot“ zusammen. Ein Cobot ist also ein kollaborativer Roboter.
Cobots können in unmittelbarer Nähe von Menschen arbeiten, ohne deren Sicherheit zu gefährden. Das unterscheidet sie von herkömmlichen Robotern. Diese können oftmals nur in abgeschotteten Umgebungen arbeiten.
Ihr Ziel ist es, die menschliche Arbeitskraft zu ergänzen und Prozesse zu automatisieren. So sollen sie letztendlich zu mehr Effizienz und Sicherheit beitragen. Zudem können sie dabei helfen, die Auswirkungen des Fachkräftemangels abzufedern.
Was kann ein Cobot?
Kollaborierende Roboter können eine Reihe von Aufgaben ausführen. Je nach Modell besitzen sie unterschiedliche Fähigkeiten. Dazu gehören typischerweise:
Mensch Roboter Kollaboration: Ein Kernmerkmal ist ihre Fähigkeit, sicher mit Menschen zusammenzuarbeiten. Mithilfe von Sensoren erkennen sie ihre Umgebung und können Menschen und deren Bewegungen um sie herum wahrnehmen. Dadurch können sie Kollisionen vermeiden und eng mit ihnen arbeiten.
Repetitive Aufgaben: Sie können repetitive und monotone Aufgaben übernehmen. Dazu zählt beispielsweise: Bauteile platzieren, schrauben, Waren verpacken oder Inspektionen durchführen.
Präzises Arbeiten: Kollaborierende Roboter sind gut geeignet für Aufgaben, bei denen eine hohe Genauigkeit wichtig ist. So können sie beispielsweise Platinen bestücken oder Teile zusammenfügen.
Flexibel einsetzbar: Sie lassen sich oft ohne großen Aufwand umprogrammieren oder neu konfigurieren. So können sie in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden und müssen dafür nicht komplett umgebaut werden.
Fortschrittliche Sensorik: Mithilfe von Sensoren und Kameras kann ein Cobot seine Umgebung erfassen und sich darin orientieren. Er kann zudem Objekte erkennen, greifen und präzise platzieren.
Sicherheit: Kollaborierende Roboter haben bestimmte Funktionen, um Unfälle zu vermeiden. So können sie beispielsweise stoppen oder ausweichen, wenn sie Hindernisse erkennen oder Personen registrieren.
Wo werden Cobots eingesetzt?
Ein Cobot ist ein nützliches Werkzeug, das in verschiedenen Umgebungen und Branchen eingesetzt werden kann. Dort kann er beispielsweise repetitive oder gefährliche Aufgaben automatisieren und die Produktivität verbessern. Typische Einsatzbereiche sind
Fertigung und Produktion – In der Fertigung können Cobots insbesondere gefährliche oder repetitive Aufgaben übernehmen. Konkrete Beispiele sind die Montage, Verpackung oder Inspektion. Ein weiteres klassisches Beispiel ist das Cobot schweißen.
Logistik und Lagerhaltung – In Lagerhäusern können sie dabei helfen, Waren zu kommissionieren, zu sortieren und zu verpacken. Ein anderes Beispiel ist das Be- und Entladen von Transportfahrzeugen.
Gesundheitswesen – Zum Beispiel in Krankenhäusern können sie Räume desinfizieren oder medizinische Instrumente bereitstellen. Auch das Pflegepersonal kann durch kollaborierende Roboter unterstützt werden.
Landwirtschaft – In der Landwirtschaft kommen sie beispielsweise bei der Ernte zum Einsatz. Sie können zudem dabei helfen, Produkte zu sortieren und übernehmen Pflanz- oder Pflegearbeiten.
Bildung und Forschung – In der Bildung und Forschung werden sie beispielsweise bei Experimenten genutzt. Auch der Bau von Prototypen ist ein mögliches Anwendungsfeld.
Dienstleistungssektor – Auch im Dienstleistungssektor finden Cobots zunehmend Anwendung. So zum Beispiel in Restaurants, wo sie beim Kundenservice oder Kochen unterstützen.
Was Sie beim Kauf eines Cobots beachten sollten
Wer einen Cobot kaufen möchte, sollte dabei verschiedene relevante Faktoren beachten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Roboter den Anforderungen und Erwartungen gerecht wird. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Kosten: Die Kosten für die Anschaffung können stark variieren. Während einfache Modelle bereits ab einigen tausend Euro erhältlich sind, kosten leistungsstärkere Modelle gleich mehrere zehntausend Euro. Auch für die Integration, Schulung des Personals, mögliche Zubehörteile, Wartung etc. fallen nochmal Kosten an. Diese sollten Sie von vornherein mit berücksichtigen.
Aufgaben und Umgebung: Manche Cobots eignen sich besser als andere für bestimmte Aufgaben oder Bedingungen. Sie sollten daher im Vorfeld bereits die folgenden Fragen klären: In welchem Umfeld wird der kollaborative Roboter arbeiten? Welche Aufgaben wird er übernehmen?
Flexibilität: Apropos Aufgaben. Cobots können unterschiedlich flexibel sein. Der eine lässt sich vielleicht leichter umprogrammieren und kann so auch andere Tätigkeiten ausführen. Bei dem anderen ist die Bandbreite wiederum deutlich kleiner.
Nutzlast und Reichweite: Bei der Wahl des Modells, sollten Sie unbedingt beachten, welche Last der Cobot tragen kann. Zudem sollte er über die nötige Reichweite verfügen, um seine vorgesehene Funktion zu erfüllen.
Sicherheit: Damit er sicher mit Menschen zusammenarbeiten kann, sollte der kollaborative Roboter über entsprechende Sicherheits-Funktionen verfügen. Er sollte also Kollisionen und Verletzungen vermeiden können.
Integrierbar und kompatibel: Ideal ist es, wenn der Cobot ohne Probleme in die bestehende Umgebung integriert werden kann. Zudem sollte er kompatibel sein mit Software oder anderen Geräten, die bereits genutzt werden.
Usability: Je einfacher der Cobot zu bedienen ist, desto besser. So lassen sich auch komplexe Schulungen vermeiden und die Bedienenden können schneller loslegen.
Kundensupport: Probleme oder Fragen? In diesem Fall ist es wichtig, dass der Hersteller zuverlässig Support bietet. Auch das Thema Wartung sollte bereits beim Kauf mitbedacht werden.
Seminar-Tipp: Cobot-Wissen kompakt
Welche Cobot-Systeme gibt es und wie setzt man diese ein? Welche Kosten sind damit verbunden und wie lassen sich die Risiken beim Einsatz minimieren? Diesen Fragen geht der Autor und Referent, Christoph Ryll, in beiden Seminaren "Einsatz von Cobots effizient planen" und "Sichere und normengerechte Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK)" nach. Die beiden eintägigen Kurse sind einzeln oder in Kombination zu einem Vorteilspreis buchbar. Sie decken das gesamte Spektrum ab, angefangen bei den wesentlichen Aspekten, die bei der Entscheidung für einen Cobot zu beachten sind, bis hin zum sicheren Betreiben von MRK-Anlagen.
Es gibt eine Vielfalt an verschiedenen Cobot-Herstellern. Zu den bekanntesten gehören unter anderem:
ABB
Bosch Rexroth / Kassow Robots
Comau
Denso
Doosan
Fanuc
Festo
Igus
Kawasaki Robotics
Kuka
Mitsubishi Electric
Omron
Techman Robot
Universal Robots
Welche Normen sind für Cobots relevant?
Für Cobots sind verschiedene Normen und Richtlinien relevant. Darunter unter anderem die folgenden:
ISO 10218-1 und ISO 10218-2
ISO/TS 15066
ISO 13849-1 und ISO 13849-2
EN ISO 12100
UL 1740
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