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Im Gegensatz zu Bohrwerkzeugen werden jedoch die Wendeschneidplatten für Reibwerkzeuge als komplette Sets direkt auf dem Grundwerkzeug in ihrem jeweiligen, ebenfalls präzise gefertigten Plattensitz geschliffen. Damit sind die Positionen der einzelnen Schneiden bei der Herstellung sowie im Einsatz genau definiert. So lassen sich die Platten im konkret zugeordneten Plattensitz drehen, wobei die in einem Vorgang geschliffenen Schneiden im Reibprozess die erforderliche Genauigkeit und Oberflächengüte gewährleisten (Bild 1). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zu jedem Trägerwerkzeug beliebig viele passgenaue Wendeplattensets herzustellen. Auch nachträgliche Neubestückungen werden in Dulliken ohne Wärmebehandlung durchgeführt.
Stabilität der neuen Reibwerkzeuge verbessert Standzeit
Das Wenden oder der Austausch der Wendeschneidplatten erfolgt über eine Schraubverbindung und ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Dabei unterstützen Kennzeichnungen, welche die Position und Lage der Platten im Trägerwerkzeug eindeutig festlegen, den Anwender. Die Grundkörper selbst können nahezu beliebig oft bestückt und wieder eingesetzt werden. Weil sie bei der Werkzeugaufbereitung keiner thermischen Belastung ausgesetzt werden, bleiben Genauigkeit und Stabilität erhalten.
Die vergleichsweise hohe Stabilität der neuen Reibwerkzeuge trägt letztlich auch zur deutlichen Steigerung der Standzeiten bei. Als achtschneidiges Werkzeug, eingesetzt in der Serienbearbeitung von Radträger-Hauptlagerbohrungen mit 72 mm Durchmesser in GGG40, werden 7500 Bohrungen mit der ersten Schneidkante bearbeitet, ehe eine Schneidenkompensation erforderlich ist (Bild 2). Diese lässt sich bei den neuen Reibwerkzeugen über eine stirnseitige Konusscheibe durch Expansion des Werkzeugkopfes im gesamten Toleranzbereich der Werkstücke mehrfach durchführen.
DJC kombiniert Schneidstoff DST mit der Schicht DBG
Zur Verwendung kommen DJC-Wendeschneidplatten. DJC ist eine Kombination des Schneidstoffes DST mit der Schicht DBG, einer Beschichtung mit sehr hoher Härte von etwa 3200 HV. So ausgestattet liegt die Gesamtstandzeit hochgerechnet auf zwei Schneidkanten bei über 20 000 Radträgern, was ein Vielfaches der Standzeit herkömmlicher Reibwerkzeuge bedeutet (Bild 3).
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