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Am unteren Ende liegen die Stückzahlen im zweistelligen Bereich. Ab dieser Größenordnung beginnt man unter anderem bei Protoform mit dem Spritzgießen. Verwendet werden dazu Aluminiumformen, die wie bei Protomold und Speedpart im Wesentlichen aus formgebenden Einsätzen bestehen. Etwa 360 Spritzgießformen hat man im vergangenen Jahr bei Protoform gebaut, für über 270 000 Spritzgießteile, die aus rund 130 Kunststoffen gefertigt wurden. Die Abwicklung einer Serie innerhalb eines Projekts dauerte im Durchschnitt 23 Arbeitstage, mit generellen Extremausschlägen nach unten beim Spritzgießen von Prototypen. So soll bei Protomold nach der Auftragsbestätigung unter bestimmten Bedingungen die Lieferung in 24 h möglich sein.
Avisierte Automobilmodelle steigern die Nachfrage
Auf diese kurzen Durchlaufzeiten sind Kunden angewiesen. Dazu gehört insbesondere die Automobilindustrie, die laut Protoform-Vertriebsleiter Tykvart „bereits die Präsentation neuer Modelle“ angekündigt hat. So registriert Tykvart bei der Nachfrage spritzgegossener Prototypen „ein leichtes Anziehen im Automobilbereich“. Für die wirtschaftliche Entwicklung ist das nicht unwesentlich. Schließlich fallen auf die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie nach Einschätzung des Protoform-Vertriebsleiters gut die Hälfte des Prototypen- und Kleinserienbedarfs in Deutschland. Diesen Anteil von 50% füllen bei Hofmann Modellbau die Automobilhersteller sogar alleine aus. Ein Grund dafür lässt sich in den unterschiedlichen Formkonzepten sehen.
Wesentlich wichtiger für die Hersteller sind jedoch die Unterschiede zu den Formen für die Serienfertigung. „Je komplexer die Teilegeometrie ist, desto deutlicher fallen sie in Bezug auf die Werkzeugfunktionen auf“, erklärt der Projektleiter bei Hofmann Modellbau, Mayer. So fehlt die spezifische Anpassung an eine Spritzgießmaschine. Dadurch sind Aufgaben wie das Entformen nicht oder nur teilweise automatisiert. Dieser manuelle Ansatz setzt sich laut Mayer bei der Maschinenausstattung fort: bei der Granulatversorgung und der Teileentnahme. Er sei den Stückzahlen in der Prototypen- und Kleinserienfertigung geschuldet.
Das Ergebnis ist Serienqualität
Dennoch ist die Fertigung der Teile wirtschaftlich, das Ergebnis ist Serienqualität. „Bei der Bemusterung sind oftmals Qualitätsprüfer vor Ort, die mit uns die Spritzparameter optimieren und freigeben“, sagt Protoform-Vertriebsleiter Tykvart. Dazu kommt noch die Möglichkeit, nachfolgende Prozesse wie die Montage oder das Beschichten der Teile als Dienstleistung vornehmen zu lassen. Das kann sich besonders bei Kleinserien lohnen. „Ein Wechsel von Metall- zu spritzgegossenen Kunststoffteilen“, erläutert Tykvart, „ist nicht nur bei hohen Stückzahlen attraktiv.“
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