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Herr Horn, mit welchen Kosten müssen Unternehmen beim Kauf von RFID-Druckern oder kompletten RFID-Systemen rechnen?
Horn: Eine exakte Kostenplanung kann nur nach einer genauen Analyse beim Kunden erstellt werden. Jeder Kunde hat seine individuellen Anforderungen und unterschiedliche Problemstellungen, die zudem auch unterschiedliche Bereiche der Logistikprozesse abbilden und einbinden müssen.
Hierbei sprechen wir entweder von geschlossenen Kreisläufen, zum Beispiel beim internen Containermanagement per RFID, oder von einem offenen Kreislauf, bei dem unter Umständen mehrere Partnerunternehmen eingebunden werden müssen, etwa bei Zulieferer, Hersteller, Verpackung, Spediteur, Distributionscentren, Handel etc. Das wäre eine RFID-Kennzeichnung entlang einer kompletten Supply Chain vom Hersteller bis zum Endkunden.
Neben den Planungs-, Beratungs- und Anschaffungskosten sind selbstverständlich auch die technischen Voraussetzungen zu berücksichtigen. Wie viele RFID-Drucker mit welcher Leistungsfähigkeit werden benötigt und wie steht es mit der Softwareanbindung, RFID-Gates und RFID-Antennen? Die Kosten für Beratung und Tests sowie die verbrauchsabhängigen Kosten für RFID-Etiketten, die zurzeit ab unter 20 Eurocent erhältlich sind, müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Soll allerdings einfach nur ein einzelner RFID-Drucker in einer Stand-alone-Lösung, der zudem auch RFID-Tags nicht automatisch applizieren muss, bereitgestellt werden, sind die Investitionen eher gering. RFID-Drucker werden, je nach Anforderung und Leistungsfähigkeit, ab zirka 900 Euro bis zu 3200 Euro angeboten.
Herr Horn, Sie sind unter anderem auch Sprecher der RFID-Fachgruppe des VDEB, aus dem im September letzten Jahres das RFID-Konsortium hervorgegangen ist. Welche Aufgaben nimmt das Konsortium wahr und wie würden Sie die Ziele definieren?
Horn: Auf Initiative des Verbands der EDV-Software- und -Beratungsunternehmen (VDEB) haben sich im letzten Jahr mittelständische IT-Unternehmen und RFID-Berater zu einem RFID-Konsortium zusammengeschlossen. Das RFID-Konsortium wurde mit dem Ziel gegründet, die mittelständischen Zulieferanten der großen Handelsketten — wie etwa Metro und Rewe — bei der anstehenden Einführung von RFID und EDI zu unterstützen.
Hierzu haben sich verschiedene Partner zusammengefunden. Im RFID-Konsortium werden die Kompetenzen von RFID- und Prozess-Beratern, ERP-Softwareherstellern, RFID-Komponentenherstellern, Anlagenbauern und EDI-Dienstleistern gebündelt. Das RFID-Konsortium konzentriert sich auf die RFID-Anforderungen im Bereich Frische, hier insbesondere für Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse und Backwaren.
Während die großen IT-Konzerne schon länger mit den Handelsketten an Lösungen für die großen Zulieferkonzerne arbeiten, müssen die mittelständischen Zulieferer nach wie vor auf mittelstandsgerechte Lösungen warten. Diese Lücke schließt das Leistungsangebot des RFID-Konsortiums.
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