Spannmittel Richtige Spannvorrichtung erspart Sondermaschine
Wenn bei der Feuer Powertrain GmbH & Co. KG Ölkanäle automatisch gebohrt werden, sind dazu seit 2008 keine Sondermaschinen mehr nötig: Röhm hat eine Vorrichtung mit NC-Achsen entwickelt, die auf einer Standardmaschine eingesetzt werden können. So wird das Werkstück nicht nur gespannt, sondern auch in die richtige Bearbeitungsposition gefahren.
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Damit erhöht Europas Marktführer für Kurbelwellen Feuer Powertrain in Nordhausen die Flexibilität und fertigt automatisiert bis zu 1800 Kurbelwellen täglich, wie Röhm berichtet. „Was früher auf Sondermaschinen aufwändige Umrüstarbeiten erforderte, lässt sich heute vorwiegend durch Programmierungen in einem Bruchteil der Zeit umstellen“, sagt Marco Illig, Technischer Leiter bei Feuer Powertrain.
Hydraulische Spannvorrichtungen nehmen Teile für das Tieflochbohren auf
Hydraulische Spannvorrichtungen mit zwei integrierten NC-Achsen, die auf Standardmaschinen eingerichtet sind, nehmen verschieden große Kurbelwellen auf, spannen sie und bringen sie in Position für das Tieflochbohren. Die NC-Achsen bringen durch Dreh-, Schwenk- und Abstützfunktionalität das Werkstück in die richtige Position, damit der Bohrer seinen Weg für die Bohrung von Ölkanälen und Huberleichterungen findet. Die Flexibilität der Spannvorrichtungen ist so groß, dass darauf Kurbelwellen aus Stahl und aus Guss für PKW-Motoren von drei bis zwölf Zylindern sicher gespannt werden können.
Damit die Kurbelwellen im Betrieb an den wichtigen Stellen geschmiert werden können, werden Ölkanäle vom Hauptlager durch die Kurbelwangen zu den Hub- beziehungsweise Pleuellagern gebohrt. Für diese Tieflochbohrungen werden Starrag-Heckert-Standardmaschinen mit vier Achsen verwendet. Damit können tiefe Löcher bis 40 mal Durchmesser gebohrt werden.
Verfahrbare NC-Achsen erlauben schnelles Umrüsten
In einer weiteren Anwendung werden bei Kurbelwellen für großvolumige Motoren, so genannte Huberleichterungen, durch die Ausgleichsgewichte hindurch bis in die Pleuellager gebohrt, um das Gewicht der Kurbelwelle zu senken. „Bei der geschmiedeten Kurbelwelle aus hochlegiertem Stahl für den Sechsliter-V12-TDI-Motor des VW Konzerns reduzieren diese Bohrungen das Gewicht ganz erheblich“, erläutert Illig.
Die Vorrichtung, die auf dem drehbaren Maschinentisch montiert ist, spannt Kurbelwellen bis 800 mm Länge. Durch die verfahrbaren NC-Achsen lässt sich einerseits schnell auf andere Kurbelwellen umrüsten.
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