Roboter in der Anwendung

Roboter dressiert feine Torten wie von Hand gemacht

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Handwerkliche Kunst wird in der Suteria groß geschrieben. Ein Abschlusszeugnis nach bestandener Lehre gilt überregional als Eintrittskarte in die Welt der Schokoladen, Torten und Pralinen. Trotzdem sind selbstverständlich viele Arbeitsschritte automatisiert oder mindestens mechanisiert. Für das Füllen der Trüffel gibt es „Abfüllmaschinen“, auch Teige werden maschinell gerührt. Das alles in überschaubarem Rahmen und ohne Druck. Während andere Branchen einen Roboter ausdrücklich aus Qualitätsgründen einsetzen, bemerkt Michael Brüderli: „Wo der Roboter keinen Einfluss auf die Qualität hat, uns aber im Arbeitsprozess entlastet und helfen kann, setzen wir ihn auch gerne ein.“

Die Konditoren schätzen den Roboter als neuen Kollegen

Für den Robotereinsatz war es höchste Zeit geworden, wie sich Manfred Suter erinnert: „Uns sind ja Leute verlorengegangen, die diese Arbeit machen mussten.“ Kein Wunder, dass die heutigen Konditoren der Suteria den neuen Kollegen schätzen. Suter: „Wenn man die Handarbeit mit dem Einsatz eines Roboters kombinieren kann und trotzdem mit seinem Produkt einzigartig bleibt, dann spricht natürlich vieles für die Automatisierung.“ Die richtige Kombination sei eben auch ein wichtiges Argument für den Erhalt des Produktes und des Standortes.

Angesichts von Tausenden herzustellenden Torten pro Jahr wurde der LR Mate zum geschätzten Hilfsmittel in der Backstube. Mit circa 700 mm Reichweite und einer Traglast von 5 kg ist der Roboter das technische Abbild eines menschlichen Arms und auch in der Lebensmittelproduktion ein idealer Helfer. Wie alle Konditoren trägt er einen weißen Schutzanzug. Nur die Haube bleibt ihm erspart. Die Bedienung der Zelle ist auf einfache Handgriffe reduziert. Dosiereinheit, Behälter und Schläuche sind selbstverständlich auf optimale Reinigungseigenschaften ausgelegt, auch wenn immer das gleiche Produkt verarbeitet wird und keine „Kontamination“ durch andere Rezepturen zu befürchten ist. „Die Spritzdüse ist übrigens die gleiche, wie wir sie im Handbetrieb verwendet haben“, bemerkt Brüderli.

Nur gelegentlich muss von Hand nachgebessert werden

Auf einem kleinen Touchscreen wird eine von sechs Tortengrößen mit einem Durchmesser zwischen 12 und 26 cm eingestellt. Der Mitarbeiter füllt die Dosiereinrichtung mit der Haselnuss-Baisermasse, sorgt für einen Stapel Backbleche und schon kann der Startknopf gedrückt werden. Je nach gewählter Tortengröße passen acht oder zwölf Baiserdeckel auf ein Backblech. Jede Torte hat einen Boden und einen Deckel aus Baiser. Mit einer Dosiereinheit dressiert der Roboter in kreisenden Bewegungen die Masse. Gelegentlich muss von Hand nachgebessert werden, weil die Baisermasse keinesfalls unter hohem Druck verarbeitet werden soll und Lufteinschlüsse zu Fehlern führen können. Ist das Backblech voll, entnimmt es der Mitarbeiter aus der Zelle, schiebt es in den Ofen, wo es bei immer gleich niedriger Temperatur gebacken wird. Ein leeres Blech wird dann von einem Stapel automatisch in die Roboterzelle gezogen.

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