Medizintechnik

Roboter und Manipulatoren assistieren in der Chirurgie

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Entwicklung von Assistenzsystemen der nächsten Generation kommt wieder in Fahrt

In der Diagnostik ist die Entwicklung heute sogar noch ein Stück weiter. Mit der Pill Cam schluckt der Patient an Stelle eines Endoskopschlauchs eine Kamera mit Lichtquelle und Sender in Form einer Pille. Beim Schlucken und Wandern durch den Verdauungstrakt werden in bestimmten Intervallen Aufnahmen gemacht und an einen Empfänger am Patienten übertragen. Diese elegante Weiterentwicklung der klassischen Endoskopie ist bei den Ärzten nicht immer beliebt. Diese müssen das stundenlange Videomaterial sorgfältig auswerten, um nichts zu übersehen. Technische Ansätze für die automatische Auswertung ergeben sich aus den Bildverarbeitungsalgorithmen der Computer-assistierten Diagnose (CAD).

Die Pille wird zum Mikroroboter

In Zukunft könnte die Pille zu einem Mikroroboter erweitert werden, in den noch weitere Sensoren für die Tumorvermessung integriert werden und der sich zumindest fixieren, vielleicht sogar selbstständig ausrichten kann. Das Problem erscheint dabei auf den ersten Blick nicht einmal die Sensor- oder Antriebstechnik, sondern die Fixierung von Objekten im Körper, ohne die umliegenden Organe zu verletzen.

Die Entwicklung von Assistenzsystemen ist trotz der technischen Herausforderungen nicht am Ende. Im Gegenteil lässt sich feststellen, dass sie mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre und neuen Konzepten für die nächste Generation an klinischen Systemen wieder Schwung aufnimmt.

Dr.-Ing. Jan Stallkamp ist Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in 70569 Stuttgart.

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