Die neusten Zahlen des VDMA zur Robotik und Automation zeigen, dass sich die Branche wieder in einer Wachstumsphase befindet. Nach einem starken Umsatzrückgang im Jahr 2019 und 2020 steigt der Umsatz 2021 voraussichtlich wieder um 11 Prozent auf 13.4 Mrd. Euro.
„Mit der aktuellen Dynamik stehen deshalb die Chancen gut, bereits im nächsten Jahr das Rekordergebnis aus dem Jahre 2018 zu erreichen oder sogar zu übertreffen“, so Wilfried Eberhardt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation.
(Bild: @Kuka)
Wilfried Eberhardt, Vorsitzender VDMA-Fachverband Robotik + Automation prognostiziert für das laufende Jahr eine kräftige Erholung: „Es bedeutet eine positive Trendwende für die Branche.“ Nach kräftigen Umsatzrückgängen in den Jahren 2019 und 2020, im vergangenen Jahr waren es sogar -18 Prozent musste sich die Branche mit vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 12,1 zufrieden geben und lag damit auf dem Umsatzniveau von 2015.
Weltweiter Umsatz der deutschen Branche Robotik und Automation.
(Bild: VDMA Robotik + Automation)
Eberhardt erläutert: „Mit viel Schwung haben wir in den ersten drei, vier Monaten das Jahr 2021 genommen, die Auftragsbücher sind gefüllt, wir erwarten ein Plus von 11 Prozent. Es fehlt jedoch noch etwas, um an die guten Zahlen von 2018 zu kommen.“ Es sei zwar nur ein Plus von 11 Prozent, „aber immerhin zweistellig“, so der Branchenverbandsvorsitzende.
Für 2022 wird wieder ein Umsatzhoch erwartet
Aufgrund der Auftragslage und der teilweise recht langen Umsetzungsphasen für die einzelnen Projekte rechnet der Geschäftsführer des Verbandes, Patrick Schwarzkopf, damit, 2022 die Zahlen von 2018 zu übertreffen. Die Branche Robotik + Automation des Verbandes VDMA prognostiziert für 2021 die kräftigste Umsatzerholung für die Sparte Robotik mit einem Plus von 15 Prozent – gefolgt von den Integrated Assembly Solutions mit plus 10 Prozent und der Industriellen Bildverarbeitung mit plus 7 Prozent. „Für die gesamte Robotik und Automation erwarten wir ein Umsatzplus im laufenden Jahr von 11 Prozent“, sagt Eberhard.
Dabei sei der Aufschwung breit getragen. Davor ging es vor allem in der Robotik fast drei Jahre fast nach unten. Denn dort habe man bereits 2017 den höchsten Umsatz erzielt. Die jetzige Nachfrage sei fast von der gesamten Industrie getragen, so gebe es laut Schwarzkopf eine Nachfrage in Automobilindustrie, aber auch bei kleineren Unternehmen, dort sind es die Cobots, die nachgefragt werden, weil diese nur geringe Betriebskosten verursachen und sich schnell umrüsten lassen. Dort gibt es eine breite Startup-Szene.
Cobots werden immer stärker nachgefragt
Zukünftig spielen die KMUs eine immer größerer Rolle. Die große Rolle der Automobilindustrie nimmt ab, weil mit den einfach einzusetzenden Cobots ein neues Wachstumssegment entsteht. Und gerade KMU verlangen einfachere Lösungen, die über Cobots zur Verfügung gestellt werden können. Laut Schwarzkopf liegt der Anteil der Cobots weltweit bei fünf Prozent. Dieser werde auf sieben, acht Prozent wachsen.
Gerade wenn es darum geht, die Elektromobilität voranzubringen kann die Robotik helfen, die Batterieproduktion günstiger zu machen und auch die Entsorgung kann über die Roboter vorgenommen werden.
Automatisierung hilft auch dem Klima
Der Roboter macht sich nicht nur in der Handhabung breit.
Peter Fath, CEO von RCT Solutions, erklärt das: „Auch bei Solarkraftwerken und Solarfabriken helfen Roboter und die Automation.“ Er nennt ein Beispiel: In der Türkei entsteht mit einer Leistung von 1,3 GW ein Solarkraftwerk. Es ist das größte in Europa und das sechst größte der Welt. Die Leistung entspricht ungefähr der eines Kernkraftwerks.
Schon beim Aufbau erfolgt dort alles automatisch. Dort wurde die komplette Robotik und Automation von deutschen Firmen geliefert
Das Kraftwerk lernt über künstliche Intelligenz die Module so auszurichten, um so optimal wie möglich, die Energie zu gewinnen. So könne man sogar bei bestimmten Wetterlagen über die Reflexion an den Wolken noch einem 10 % mehr Energie gewinnen.
Robotik und Automation hilft bei der Solarzellen-Fertigung
Die volle Wertschöpfungskette musste unter einem Dach sein. Deshalb wurde dazu ebenfalls eine Solar-Wafer-Anlage aufgebaut. Der erste Teil der Fabrik, dort wo die zylindrischen Wafer hergestellt werden, also das flüssige Silizium zu den Zylindern gezogen wird, arbeitet vollautomatisch. Alle 30 Minuten entsteht dort aus 300 kg flüssigen Silizium (der Rohstoff kommt aus Deutschland) ein Zylinder-Wafer, der dann in hauchdünne Waferscheiben geschnitten wird. Daraus werden die Waferscheiben geschnitten und dann werden diese rechteckig zugeschnitten. Die dabei entstehenden Abfälle werden komplett wiederverwendet.
Stand: 08.12.2025
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100 Mio. von diesen rechteckigen Wafern werden jedes Jahr gefertigt. Daraus entstehen 3,5 Mio. Solarmodule. „Über 1000 Produktionsmaschinen arbeiten dort wie im Orchester zusammen: Das schaffen Sie auf einer Produktionsfläche von 100.000 m² nur vollautomatisiert“, erklärt Fath.
Buchtipp
"Industrieroboter" ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Das Buch vermittelt die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik und erläutert Methoden, mit denen bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotik automatisieren lässt.
Die ganze Fabrik ist über ein MES verbunden. Alle Daten und jedes Messgerät werden überwacht! Mithilfe künstlicher Intelligenz werden die Daten überwacht und analysiert.
Für Fath ist es unerklärlich, warum nicht auch in Deutschland eine solche Solarfabrik aufgebaut wird. So könne man auch hier zeigen, was die Mitgliedsfirmen des VDMA alles leisten können. Denn das Know-how dazu ist in Deutschland vorhanden!