Drehen Robotisch rüstende Drehzelle automatisiert Kleinserienfertigung
Um die Flexibilität bei der Kleinserienfertigung zu steigern, hat ein Maschinenbauer in eine neu konzipierte Produktionseinheit investiert. In ihr können zwei Drehmaschinen parallel arbeiten und sie wird nicht zuletzt durch Roboterunterstützung zu einem effizienten, fast mannlos funktionierenden Fertigungssystem.
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Maschinenbau Lienenbrügger (Lidu) aus Dülmen ist ein familiengeführtes Unternehmen und liefert seit Jahrzehnten qualitativ hochwertige, individuelle Produkte an Kunden aus verschiedenen Schlüsselbranchen. Gefertigt werden diese Komponenten auf einem gut ausgestatteten CNC-Maschinenpark, der mit modernen Dreh-Bohr-Fräszentren und Schweißanlagen auch die Komplettbearbeitung zulässt.
Lidu hat sich jüngst eine besondere Drehzelle aus der Hand des holländischen Anlagenbauers und Systemintegrators Auto-Cell zugelegt: die Auto-Cell 24/7. Es handelt sich um das weltweit erste Fertigungskonzept, in dem ein Roboter die Spannbacken und Werkzeuge auf dem Revolver automatisch wechselt (Bild 1).
Hohe Spindeleffizienz schon in der Startphase erreicht
In ihrer Premierenversion wurde die Drehzelle für Lidu zunächst mit nur einer DMG-Drehmaschine vom Typ CTX 1250 Beta ausgestattet, deren Achsen über eine Siemens 840 D präzise angesteuert werden. Damit das volle Potenzial des Anlagenkonzepts ausgenutzt werden kann, soll in Kürze eine weitere, modellgleiche Drehmaschine integriert werden (Bild 2 – siehe Bildergalerie).
Der benötigte Platz dafür wurde vom Hersteller Auto-Cell bereits berücksichtigt. Mit der zweiten Maschine wird Lidu in der Lage sein, entweder gleiche oder auch unterschiedliche Werkstücke parallel in der Zelle zu fertigen. Der Anwendungsschwerpunkt des Systems liegt dabei auf Losgrößen zwischen 5 und 50 Stück mit üblichen Zykluszeiten im Bereich ab 10 bis 15 min.
Roboter bedient zwei Bearbeitugnsmaschinen mit neun verschiedenen Greifern
Den zentralen Dreh- und Angelpunkt der patentierten Konzeptphilosophie stellt ein Roboter dar, der die beiden Bearbeitungsmaschinen mittels neun verschiedener Spezialgreifer mit den auftragsbedingt korrekten Spannbacken (Durchmesserbereich von 50 bis 185 mm) und Werkzeugen ausstattet sowie diese auch automatisch umrüsten kann. Dadurch wird eine nahezu mannlose Produktion (ein Mitarbeiter in der Frühschicht) erreicht, wodurch die Effektivität der Auto-Cell 24/7 im Vergleich zu anderen Fertigungseinheiten deutlich größer ist.
Damit das Umrüsten und Anpassen auch reibungslos durchgeführt werden kann, entschied sich Auto-Cell dafür, dass als Werkzeugschnittstelle das System Capto C4 und C5 nach ISO 26623 von Sandvik Coromant eingesetzt wird. Die Capto-Schnittstelle bietet beim Wechseln eine Wiederholgenauigkeit von ± 2 µm. Ihre Kupplungsform garantiert außerdem eine hohe Biege- und Drehmomentsteifigkeit, wodurch sich deutliche Vorteile für die Zerspanungsleistung und die Fertigungspräzision insgesamt ergeben.
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