Beschichtungs-Know-how

Rohrmuffen nach allen Regeln der Kunst vollenden

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Beschichtet wird in Sekundenschnelle

Der gesamte Beschichtungsprozess spielt sich von der Bestückung an der Verladestation über die einzelnen Bearbeitungsstationen hinweg bis zur Entnahme ab – und zwar mannlos, betont Venjakbo. Die für das automatische Handling eingesetzte Fördertechnik inklusive der Steuerungssysteme wurde auch von Venjakob geplant, entwickelt, gebaut und vor Ort eingerichtet, heißt es weiter. Sie kann nun runde Rohrmuffen mit einem Außendurchmesser von 73 bis maximal 450 mm des Längenspektrums 100 bis 330 mm und einem Gewicht von 2,34 bis 47 kg bearbeiten. Die Leistung der Anlage stehe in Relation zum Durchmesser und der Länge der Muffen. Die maximale Leistung liegt bei 225 Muffen pro Stunde – also 16 s pro Muffe. Geht es um größere Exemplare, würde sie 60 Muffen in der Stunde schaffen. Die durchschnittliche Taktzeit bei einer 300-mm-Muffe der Länge 250 mm hat man mit 25 s ermittelt.

In vier Stufen zur fertigen Rohrmuffe:

  • Step 1 – Verladen und Platzieren: Die Rohrmuffen werden automatisch in einem Container in mehreren Lagen übereinander angeordnet. Aus diesem werden sie reihenweise entnommen, auf der Wendestation platziert und dann senkrecht gestellt. Es folgt der Weitertransport zum Beladeportal per Kettentransport. Von dort aus werden sie einzeln auf die Werkstückträger platziert. Diese lassen sich stufenlos an jede Rohrmuffengröße anpassen – die Spindelaufnahmen stehen dabei enger oder weiter zusammen;
  • Step 2 – Lackieren, Markieren, Signieren und Vorbereiten: Die Vorwärmung (10 bis 15 °C), die Außen- und Innenbeschichtung sowie die Warmlufttrocknung finden in geschlossenen Systemen auf einem Spindelkettenförderer statt. Es folgt die Mantelbeschichtung mit lösemittelhaltiger Farbe. Zur Verfügung stehen dazu 11 Farbtöne, die mit Lackierpistolen appliziert werden. Die Muffen fahren über eine Trocknungsstrecke und werden dann für die Ringstreifenmarkierung nochmals lackiert. Hier ist jede Farbe entsprechenden der API- oder GOST-Norm festgelegt. Ist wieder alles trocken, geht es in das Jet-System, wo die Außenfläche signiert wird. Die Beschriftung in schwarz oder weiß kann individuell eingestellt werden. Nach einer weiteren Trockenphase folgt eine UV-Klarlackbeschichtung, damit die Signatur für den Transport geschützt ist. Ausgehärtet wird der Klarlack mittels UV-Strahler;
  • Step 3 – Das Innengewinde erhält Korrosionsschutz: Nach der Außenbeschichtung werden die Rohrmuffen auf die Werkstückträger für die Innenbeschichtung platziert und auf einen weiteren Spindelkettenförderer für die Innenbeschichtung übergesetzt. Die Gewindekonservierung erfolgt mit einer Öl-Wasser-Emulsion in einem geschlossenen System;
  • Step 4 – Entnahme und Beladung nebeneinander: Nach einer Warmlufttrocknung werden die fertigen Rohrmuffen auf das Auslauftransportband gesetzt und der Wendestation zur Sammlung zugeführt. Im letzten Schritt werden die gewendeten Muffen per Magnetgreifer reihenweise in mehreren Lagen im Entnahmebehälter abgesetzt.

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