Zerspanen Rundschleiftechnik birgt noch reichlich Entwicklungspotenzial
Die Rundschleiftechnik bietet noch viele Stellschrauben, um die Wirtschaftlichkeit und Fertigungsqualität weiter voranzutreiben, erläutert Prof. Dr.-Ing. Dirk Biermann, Leiter des Instituts für spanende Fertigung der Technischen Universität Dortmund.
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Herr Professor Biermann, welche Anforderungen sollten moderne Schleifmaschinen erfüllen?
Biermann: Die Auswahl der Schleifmaschine muss den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe angepasst sein. Nach wie vor sind eine hohe Wirtschaftlichkeit und Produktivität sowie das Erreichen der notwendigen Bauteilqualität und der gewünschten Flexibilität die wesentlichen Grundanforderungen an den Betrieb solcher Maschinen.
Abhängig von der Bauteilart und -gestalt sowie dem Bearbeitungsverfahren können die spezifischen Anforderungen bezüglich der technischen Ausstattung und der Betriebs- und Anschaffungskosten daher stark variieren und müssen stets im Einzelfall betrachtet werden. Weiterentwicklungen im Bereich der Schleiftechnik, die auch zu neuen Möglichkeiten der Prozessgestaltung führen, sind in jüngerer Zeit unter anderem in den Bereichen der Steuerungstechnik, der Kombinationsbearbeitung und dem Einsatz moderner Werkzeugsysteme zu beobachten.
In der mechanischen Fertigung nehmen die Anforderungen an Präzision, Produktivität und Flexibilität zu. Welches Potenzial bietet in dieser Hinsicht die Rundschleiftechnik?
Biermann: Durch steigende Beanspruchungen der Bauteile im Einsatz und sinkende Produktlebenszyklen ist die Entwicklung von neuen flexiblen Maschinen- und Werkzeugkonzepten sowie innovativen Prozessen unabdingbar. Hohes Potenzial dazu bietet unter anderem die Kombination des Rundschleifens mit anderen spanenden Fertigungsverfahren. So lassen sich Prozesse wie das Honen, die bisher auf separaten Maschinen realisiert werden, in ein Kombinationsbearbeitungszentrum integrieren.
Eine weitere Möglichkeit, steigenden Anforderungen zu begegnen, besteht im Einsatz flexibler Schleifverfahren. Dabei wird unter anderem durch das Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeitsschleifen sowie durch die Verwendung von Kombinationsschleifwerkzeugen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und Flexibilität erreicht. Ein Beispiel dafür ist das Innenrund-Schälschleifen, das vergleichbare Zerspanraten wie das Hartdrehen mit der Erzeugung schleiftypischer Oberflächen verbindet.
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