Ist die dick, Mann! Sandvik hat die größte Bohrstange der Welt entwickelt

Quelle: Sandvik Coromant 5 min Lesedauer

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Mit 11 Metern Länge und einem Durchmesser von 600 Millimetern hat Sandvik Coromant für einen finnischen Abnehmer aus dem Öl- und Gasgeschäft die bisher größte Bohrstange geschaffen.

Was aussieht wie ein großer Maschinenholm ist in Wirklichkeit die größte Bohrstange der Welt. Sie wurde von Sandvik Coromant extra für einen finnischen Kunden angefertigt. Lesen Sie hier, welche Anforderungen an das Riesenwerkzeug gestellt wurden und wie man sie meisterte.(Bild:  Sandvik Coromant)
Was aussieht wie ein großer Maschinenholm ist in Wirklichkeit die größte Bohrstange der Welt. Sie wurde von Sandvik Coromant extra für einen finnischen Kunden angefertigt. Lesen Sie hier, welche Anforderungen an das Riesenwerkzeug gestellt wurden und wie man sie meisterte.
(Bild: Sandvik Coromant)

Als sich das Unternehmen Konepaja Häkkinen Oy, Tochtergesellschaft von Rautpohjan Konepaja Oy an Sandvik Coromant wandte, hatte man eine ungewöhnliche Anfrage. Denn benötigt wurde ein Werkzeug für die Bearbeitung eines bestimmten Werkstücktyps mit speziellen Abmessungen. Obwohl die Art des Werkstücks (aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen) nicht näher spezifiziert werden konnte, war es mit einer Länge von 12 Metern und einem Durchmesser von 800 Millimetern außergewöhnlich groß und musste außerdem von beiden Seiten bearbeitet werden, wie Sandvik Coromant sich erinnert. Das dafür benötigte Werkzeug ist die entsprechende Bohrstange, die bei der spanenden Bearbeitung eingesetzt wird, um den Durchmesser einer bereits im Werkstück vorhandenen Bohrung zu vergrößern und dabei auch zu verfeinern. Bohrungen, die mit einer Bohrstange hergestellt werden, sind nämlich präziser, genauer und glatter als Bohrungen, die durch übliche Bohrer hergestellt werden.

Das Werkstück definiert die Dimensionen der Bohrstange

Der Durchmesser und die Länge der Bohrstange werden jedoch durch die Abmessungen des Werkstücks bestimmt. Es wird dabei empfohlen, den für die Anwendung größtmöglichen Bohrstangendurchmesser zu wählen, um die bestmögliche Stabilität bei der Zerspanung zu erreichen. In diesem Fall erforderte die Anwendung eine Bohrstange mit noch nie dagewesenen Abmessungen, wie die Schweden betonen. Die Größe von 11 Metern Länge und 600 Millimetern im Durchmesser war aber erforderlich, um tiefe und präzise Innendrehbearbeitungen durchführen zu können, die mit einer Bohrstange in Standardgröße nicht möglich gewesen wären.

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Gigantische Bohrstange mit Vibrationsdämpfung gesucht

Rautpohjan Konepaja Oy wandte sich an seinen Partner ŠMT – ehemals Skoda Machine Tool – mit Sitz in der Tschechischen Republik. Dabei handelt es sich unter anderem um einem der weltweit führenden Hersteller von hochpräzisen Horzontalbohr- und -fräsmaschinen sowie horizontalen Drehmaschinen. Es war klar, dass ŠMT einen Werkzeugspezialisten brauchte, der in der Lage war, eine Bohrstange mit den außergewöhnlichen Abmessungen zu liefern, die für dieses herausfordernde Projekt erforderlich waren. Deshalb kontaktierte ŠMT Sandvik Coromant Tschechien mit der Frage, ob das Unternehmen bei der Entwicklung der gigantischen Bohrstange unterstützen kann, die vor allem auch schwingungsdämpfende Eigenschaften haben muss, damit die Oberflächenqualität der Bohrungsfläche innen stimmt. Übermäßige Vibrationen führen aber auch zu vorzeitigem Werkzeugverschleiß und sie beeinträchtigen die Werkstückintegrität – angesichts des hohen Bearbeitungsvolumens im Werk Jyväskylä ein besonderes Problem. Eine Bohrstange, die das kann, sorgt für stabile und kontrollierte Schnittbedingungen, was zu höherer Produktivität, längerer Werkzeugstandzeit und eben besserer Oberflächenqualität führt.

Hinzu kam, dass ein Werkzeug gebraucht wurde, das sich nahtlos in den vorhandenen Maschinenpark einfügt und gleichzeitig die Grenzen der Drehbearbeitung erweitert. Und natürlich musste die neue Bohrstange auch für den Einsatz in der ebenso riesigen Drehmaschine von ŠMT geeignet sein. So schlug die Stunde für Sandvik Teeness im norwegischen Trondheim. Das Unternehmen wurde nämlich ausgewählt, weil es bereits seit den 1960er-Jahren in der Entwicklung und Herstellung von schwingungsgedämpften Werkzeugen führend ist.

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