Insolvenzantrag Automobilzulieferer Boryszew muss zwei Gesellschaften sanieren

Quelle: Pressemitteilung von Pluta 2 min Lesedauer

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Das Amtsgericht Neuruppin hat Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für zwei Unternehmen der Industriegruppe Boryszew angeordnet. Während der Restrukturierung soll der Betrieb weiterlaufen.

Zwei Tochterunternehmen der Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH haben ein umfassendes Sanierungsverfahren eingeleitet.(Bild:  Adobestock)
Zwei Tochterunternehmen der Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH haben ein umfassendes Sanierungsverfahren eingeleitet.
(Bild: Adobestock)

Zwei Unternehmen der Industriegruppe Boryszew werden sich im Rahmen eines Sanierungsverfahrens neu aufstellen. Das Amtsgericht Neuruppin hat sowohl dem Antrag der Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH sowie dem der Firma Boryszew Formenbau Deutschland GmbH entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Ein Sanierungsteam unter Federführung der Pluta Rechtsanwalts GmbH wird die beiden Gesellschaften begleiten, sich umfassend operativ sowie strategisch zu restrukturieren und sie dabei rechtlich beraten. Vom Gericht wurde zudem ein vorläufiger Sachwalter bestimmt. Er hat die gerichtliche Aufsicht des Restrukturierungsprozesses inne und wahrt die Interessen der Gläubiger. Das Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung dient dazu, beide Unternehmen zu erhalten und eine Insolvenz zu vermeiden. Die Geschäftsführung bleibt dabei im Amt und führt die Gesellschaft durch das Verfahren.

Zulieferbranche vor großen Herausforderungen

Das Sanierungsteam soll zudem für beide Gesellschaften Zukunftsoptionen erarbeiten. Dazu wird unter anderem ein M&A-Prozess eingeleitet, um einen möglichen Investor für die beiden Zulieferer zu finden. Eine weitere Lösungsmöglichkeit ist ein Insolvenzplan, also ein Vergleich mit den Gläubigern.

Die beiden Betriebe sind als Zulieferer in der Herstellung von Kunststofftechnik und dem Formenbau für zahlreiche Automobilhersteller tätig und von den derzeitig schwierigen Branchenentwicklungen betroffen. Die Zulieferbranche steht laut Sanierungsexperte Ingo Thurm vor großen Herausforderungen, die Thurm zufolge eine Neuaufstellung bei einigen Betrieben unumgänglich machen – so auch bei der Boryszew Oberflächentechnik und der Boryszew Formenbau. Als Gründe nennt Thrum hohe Kosten und veränderte technologische Kundenanforderungen. Diese machten eine Anpassung der Produktion unumgänglich. Die aktuell hohen Kosten, beispielsweise für Rohstoffe, erschwerten zudem den Wettbewerb mit asiatischen Konkurrenten.

Tagesgeschäft läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb soll in beiden Unternehmen weiterlaufen, aktuelle und künftige Aufträge sollen weiterhin bearbeitet und die Gehälter der mehr als 260 Mitarbeitenden fortgezahlt werden. Das soll das sogenannte Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate sichern. Um die beiden Betriebe aus der Krise zu holen, müssten in den kommenden Monaten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Diese sollen die Unternehmen an die aktuelle Situation und deren Herausforderungen anpassen, indem zunächst die internen operativen Prozesse umfassend geprüft werden sollen. Außerdem sollen unter anderem Verbesserungen der Produktionsprozesse umgesetzt werden und Kosten- und Umsatzpositionen analysiert und optimiert werden. Liersch plant daher gezielte Maßnahmen und operative Verbesserungen, um beide Unternehmen wieder auf einen stabilen und nachhaltigen Erfolgspfad zu bringen.

Muttergesellschaft nicht von Insolvenz bedroht

Die Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH produziert galvanisch beschichtete Kunststoffteile und Systeme für die Automobilindustrie und beschäftigt derzeit rund 190 Mitarbeitende. Die Boryszew Formenbau Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Doberschau und ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Spritzgieß- und Pressformen spezialisiert. Sie beschäftigt aktuell 75 Mitarbeitende.

Trotz der branchenweiten Herausforderungen seien keine weiteren Insolvenzanträge von der Industriegruppe Boryszew gestellt worden. Auch die Muttergesellschaft der beiden Betriebe, die Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH, sei nicht von einer drohenden Insolvenz betroffen.

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