Tital Sauerländer Feinguss-Spezialist steigt in die Titan-Großteilfertigung ein
Der Feinguss-Spezialist Tital GmbH, Bestwig, stößt in ein neues Marktsegment vor. Seit Anfang 2009 hat das Sauerländer Unternehmen die Fertigung um große, komplexe Feingussteile aus Titan erweitert.
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„Bislang wird dieser Markt der Titan-Großbauteile durch zwei US-Anbieter dominiert“, berichtet Tital-Geschäftsführer Philipp Schack. „Jetzt treten auch wir in diesem Sektor an.“ Um so große Leichtbauteile (Größe bis zu 1500 mm, Teilegewicht bis zu 300 kg) gießen zu können, wurde in den vergangenen zwei Jahren ein Investitionsprogramm in Höhe von 10 Mio. Euro umgesetzt. Höhepunkt und Abschluss der Investition bildete die Inbetriebnahme des neuen Gießofens am 16. Dezember 2008.
Das war die größte Investition in der über 30-jährigen Unternehmensgeschichte. Das komplette Investitionsprojekt umfasste – außer der 14 m hohen Gießanlage – auch eine neue Produktionshalle, eine neue Wärmebehandlung sowie eine ganze Reihe neuer Bearbeitungsmaschinen. Der Projektumsetzung waren laut Schack zwei Jahre intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vorausgegangen.
Bislang waren bei Tital die maximalen Außenabmessungen auf 500 mm und das Maximal auf 40 kg begrenzt. Mit der Invesition in Richtung Großteile soll laut Schack eine neue Wettbewerbssituation auf den Markt für große Titangussteile herbeigeführt werden – insbesondere für Anwendungen in der Luftfahrtindustrie. In diesem Markt habe man praktisch bereits mit allen großen europäischen Abnehmern Geschäfte getätigt, darunter Airbus und EADS, aber auch die führenden europäischen Triebwerkshersteller Rolls Royce und Snecma.
Europäische Alternative zu US-amerikanischen Spezialisten
Zu den US-amerikanischen Feingießereien will man sich auf dem Markt nach Aussagen des Tital-Geschäftsführers als „verlässliche europäische Alternative für Titan-Großbauteile“ präsentieren: „Unser Anspruch ist die Verbindung von messbaren Qualitäts- und Kostenvorteilen für unsere Kunden mit dem Maximum an Flexibilität und Liefersicherheit.“ Aus diesem Anspruch resultiert Zuversicht: „Zu unseren Kunden zählen primär die deutschen und europäischen Luftfahrthersteller, aber auch heute schon Flugzeug- und Triebwerkhersteller aus USA, Brasilien und China“, erläutert Schack. „Ich denke, da kommen jetzt noch einige dazu, die nur darauf gewartet haben, dass die Zahl der Großteilanbieter auf dem internationalen Markt wächst.“
Insbesondere bei Titanteilen ist das Gießen eine Alternative zum Zerspanen. Es reduziert den Rohmaterialverbrauch und ist damit bei der Herstellung von Bauteilen aus teueren Metalllegierungen im Endergebnis billiger, zum Beispiel zum Fräsen. Soweit beim Gießen überhaupt Abfall entsteht, kann dieser nahezu vollständig sofort wieder eingeschmolzen werden. Das sei bei herkömmlicher Fräs- und Zerspanungstechnik ohne weiteres nicht möglich.
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