Überwachungssystem für Drahtseile

Schäden erkennen, bevor es zu spät ist

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Sowohl mobile als auch stationärer Einsatz angedacht

Das System wird im Kern für den Einsatz an Seilwinden und Befahranlagen innerhalb von Windenergieanlagen konzipiert und soll sowohl mobil als auch stationär zu verwenden sein. Als mobile Einheit soll es beispielsweise Sachverständige bei ihren Prüfungen unterstützten, als stationäre Einheit der dauerhaften Überwachung der Seile dienen. Zudem ist es für den Einsatz auch auch während des Betriebes der Seile vorgesehen und muss daher auch bei höheren Geschwindigkeiten schnell präzise Ergebnisse liefern.

Die Bedingungen vor Ort stellen die Projektpartner noch vor einige Herausforderungen. „Das Sensorsystem muss bei Umgebungstemperaturen zwischen -20 und 60 °C zuverlässig arbeiten und für die rauen Bedingungen zum Beispiel auf Offshore-Windenergieanlangen schock- und stoßfest ausgeführt sein“, erklärt Oelker. „Es muss teils großen mechanischen Beanspruchungen standhalten. Auch Schmutz, Verunreinigungen und Wasser oder Salzwasser sowie Öle und Fette dürfen die Messungen und Auswertungen nicht beeinflussen.“

„Mehr Sicherheit bei gleichzeitiger Kostenreduktion“

Trotz hoher Erfahrungswerte der Sachverständigen und obwohl diese im Zweifel sicherheitshalber eher zu früh ein Auswechseln der Drahtseile empfehlen: Eine Prognose zum Seilverhaltens ist immer mit Unsicherheiten verbunden. „Um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten, werden Drahtseile heute vielfach ausgetauscht, bevor optisch irgendwelche Schäden erkennbar sind oder tatsächlich welche bestehen. Die hohe Unsicherheit über die Qualität der Stahlseile treibt die Kosten in die Höhe“, weiß Fritz Mahrholz, Geschäftsführer von MEB-Services. „Aber es geht noch sicherer“, fährt er fort, „indem wir bei den Prüfungen künftig auch in die Seile hineinschauen und bei Bedarf mittels permanenter Kontrolle stets aktuelle Messwerte erhalten. So können wir noch mehr Sicherheit gewährleisten – und das bei gleichzeitiger Kostenreduktion.“

Das Projekt Mobistar hat einen Gesamtumfang von rund 0,5 Mio. Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) mit knapp 400.000 Euro gefördert. Das Vorhaben wurde mithilfe des Kooperations-Netzwerkes In-Te-Wind - Innovationen und Technologien für Windenergieanlagen und Leichtbau initiiert. Im Juni 2019, so die Planung, werden die Partner ihre Projektergebnisse vorstellen.

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