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Überwachungssystem für Drahtseile

Schäden erkennen, bevor es zu spät ist

| Redakteur: Beate Christmann

Stahlseil auf Seilwinde: Frisches Fett ist goldgelb. Wird es schwarz, liegt das hauptsächlich an den Stahlpartikeln, die sich durch den Abrieb darin sammeln.
Stahlseil auf Seilwinde: Frisches Fett ist goldgelb. Wird es schwarz, liegt das hauptsächlich an den Stahlpartikeln, die sich durch den Abrieb darin sammeln. (Bild: BIBA)

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Bremer Wissenschaftler entwickeln im Forschungsprojekt Mobistar ein automatisches Drahtüberwachungssystem, das mithilfe intelligenter Verfahren Defekte an Seilen mit einem Durchmesser von bis zu 40 mm erkennen und bewerten soll. Das System soll im laufenden Betrieb einsatzfähig sein.

Auf Drahtseile sollte man sich im Alltag verlassen können. Hängen an ihnen doch unter anderem Fahrstühle oder sogar ganze Brücken. Ein Riss könnte tödliche bis katastrophale Folgen mit sich bringen. Dementsprechend müssen sie regelmäßig gewartet werden und das funktioniert bisher im Wesentlichen per Sichtprüfung der Seiloberlfäche durch Sachverständige. Sie suchen die Seiloberflächen beispielsweise auf Korrosion oder Brüche ab.

Das Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) an der Universität Bremen und der Bremer Prüftechnikspezialist MEB-Services entwickeln zu diesem Zweck im Rahmen des Forschungsprojekts Mobistar (Entwicklung eines Systems zur automatischen Detektion von Schäden an einem Drahtseil) ein automatisches Drahtseilüberwachungssystem, das mithilfe intelligenter Verfahren Defekte am sowie im Seil erkennen und bewerten soll.

Lückenlose Dokumentation des äußeren und inneren Seilzustandes

„Mit dem Mobistar-System lässt sich ein Seil in seiner äußeren und inneren Struktur prüfen. Besonders bei äußerer Sichtprüfung nicht festzustellende Mängel im Seilinneren können so künftig erkannt werden. Die Bewertungen der Seile kann mithilfe des Prüfsystems zeitnah und automatisch erfolgen“, glaubt Stephan Oelker, Wissenschaftler am BIBA. Das Herzstück des Systems bildet dabei eine Sensoreinheit: Sie fährt das Drahtseil entlang, nimmt Messungen vor und übermittelt die Daten an einen Rechner, wo die Mobistar-Software sie sammelt, verarbeitet, analysiert und eine Bewertung über die aktuelle Qualität des Stahlseiles liefert. So soll das System eine lückenlose Dokumentation des Seilzustandes und auch die Datenauswertung aus der Ferne ermöglichen .

Für die Messungen setzen die Projektpartner neben Magnetinduktionsverfahren auch auf neue Sensoren und optische Verfahren. Mit dem Magnetinduktionsverfahren lassen sich insbesondere Brüche im Seil detektieren. Die optischen Verfahren geben Aufschlüsse unter anderem zu Veränderungen der Seilquerschnitte und zu Oberflächendefekten. Das Prüfsystem soll am Ende zur spontanen sowie zur kontinuierlichen Überwachung von Seilen mit einem Durchmesser von bis zu 40 mm dienen. Zunächst konzentrieren sich die Forschungen jedoch auf Seile mit Durchmessern von 8 bis 10 mm. Sie werden überwiegend zum Heben von Lasten oder zum Personentransport eingesetzt.

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