Vogelsang Elektromotoren

Schäden in Hochspannungsmotoren effektiv vorbeugen

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Regelmäßige Inspektion kann Wicklung durch Neuverkeilung retten

Durch regelmäßige Inspektionen des Innenraums von Hochspannungsmaschinen können erste Anzeichen für das Lösen der Keile bereits durch das Auffinden von magnetischem Staub bei Magnoval-Keilen und nicht magnetischem Staub bei Isoval-Keilen gefunden werden. Solange erst einige Keile beziehungsweise Stücke von Keilen fehlen, kann die Wicklung durch eine teilweise aber auch komplette Neuverkeilung gerettet werden. Hierbei trifft man auf verschiedene Schwierigkeiten:

  • Beim Lösen der Keile werden die in der Nut fixierten Spulen entspannt. Das kann zu kleinen Bewegungen und Haarrissen in der Isolation führen (hauptsächlich bei Resin-Rich-Spulen). Aus diesem Grund ist die Entkeilung von alten Hochspannungswicklungen immer mit einem Risiko verbunden.
  • Beim Abkeilen muss mit mechanischer Kraft und scharfen Werkzeugen gearbeitet werden. Ein falscher Schlag kann eine komplette Wicklung zerstören. Diese Arbeit ist deshalb unbedingt von geübten und ausdauernden Mitarbeitern zu erledigen.

Sobald aus den Nuten die magnetischen Keile entfernt sind, muss der Schwalbenschanz der Nut für die Neuaufnahme von Keilen vorbereitet werden. Nachdem die Nut für die Neuverkeilung bereitgestellt ist, wird die Spule in der Nut komplett mit einem Harz und einem Deckstreifen eingestrichen, und der neue Keil „nass“ in die Nut eingesetzt. Dabei muss ausreichend Harz eingebracht werden, um den Keil zu fixieren, aber wiederum nicht zu viel, um nicht die Belüftungsschlitze im Blechpaket zu verkleben.

Neuverkeilung sichert Lebensdauer der Hochspannungswicklung

Nachdem die eingeklebten Keile ausgehärtet sind, wird die elektrische Abschlussprüfung durchgeführt. So kann eine Hochspannungsmaschine neuverkeilt den zweiten Teil der Lebensdauer der Hochspannungswicklung antreten. Diese Arbeiten sind auch im eingebauten Zustand bei ausgefahrenem Läufer vor Ort durchzuführen. Hierbei verwendet man kalthärtenden Harz. Die Arbeitsschritte sind vor Ort natürlich die gleichen, wie im Werk.

Um die Lebensdauer der Hochspannungswicklung sicher auszunutzen, sind also regelmäßige Messungen des Isoliersystems notwendig. Zusätzlich zu den elektrischen Beurteilungen sollte man die Verkeilung regelmäßig prüfen. Magnetischer Staub im Innern des Motors ist ein sicheres Indiz für sich auflösende Keile. Obwohl immer mit einem Restrisiko verbunden, stellt die Neuverkeilung eine recht günstige Variante dar, den Motor wieder fit für die Zukunft zu machen, ohne eine funktionierende Wicklung zu zerstören.

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