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In einem konkreten Fall konnte über eine Deckenlösung eine Verbesserung der Raumakustik erzielt werden. Wie Bild 2 zeigt, sind die sogenannten Baffeln horizontal statt vertikal unter der Hallendecke angebracht worden. Aus der vorher schallharten Decke ist durch diese Maßnahme eine fast vollständig hochabsorbierende Decke geworden. Nachhallzeiten haben sich reduziert und die Schallpegel sind gesunken. Die Mitarbeiter an den verschiedenen Maschinen haben bereits beim Einbau der Elemente den Unterschied gehört, weil gerade der unangenehme hochfrequente Lärm deutlich reduziert wurde.
Vielzahl von Maschinen erhöht den Schallpegel deutlich
Häufig wird von Unternehmen gesagt, dass die Maschinen im Betrieb alle sehr leise wären. Einzeln mag das für eine Maschine gelten, aber nicht, wenn mehrere Maschinen in einer Halle stehen. Angenommen, eine CNC-Bearbeitungsmaschine hat während des Arbeitsvorgangs einen Schallpegel in 1 m Entfernung von 65 dB(A). Wird nun eine zweite Maschine mit den gleichen Eigenschaften dazugestellt, ergibt sich ein Schallpegel von 68 dB(A). Ab der achten Maschine liegt der Schallpegel rechnerisch bei 86 dB(A), in der Praxis oft noch um 1 bis 2 dB(A) darüber. Ein Lärmminderungsprogramm wäre in diesem Fall die Konsequenz, obwohl die einzelne Maschine für sich relativ leise ist.
Unternehmen in der Be- und Verarbeitung unterschiedlichster Werkstoffe sollten die Augen vor Lärmproblemen nicht verschließen, sondern diese aktiv angehen. Für Stanzmaschinen, Stanz-Nibbel-Maschinen, Laserschneidmaschinen oder Wasserstrahlschneidanlagen gibt es sehr kostengünstige, effektive und flexible Lösungen, um lästigen Lärm zu reduzieren. Mit sehr leichten Schalldämmmatten können beispielsweise an CNC-Fräsmaschinen (Bild 3) bereits Minderungen von rund 20 dB(A) erreicht werden; sie liegen damit nur wenig unter den Eigenschaften von Stahl-Loch-Blechelementen, die deutlich kostenintensiver sind. Für Laserschneidmaschinen, die entgegen der allgemeinen Meinung sehr wohl Lärm erzeugen, gibt es eine neue, innovative Lösung zur Lärmreduzierung.
Mehrere Lärmminderungsmaßnehmen werden kombiniert
Kombinationen von Maßnahmen sind in der Praxis der Lärmreduzierung nicht selten. Stationäre oder mobile Trennwände im Zusammenspiel mit Wand- oder Deckenabsorber führen zu guten Ergebnissen. Beispielsweise können zwischen Schweißarbeitsplätzen absorbierende Trennwände und entsprechend niedrig angebrachte Absorber die Lärmbelastung hörbar reduzieren. Die Mitarbeiter werden entlastet und insgesamt verbessert sich die Raumakustik.
Entscheidend für den Erfolg einer schallreduzierenden Maßnahme sind die kompetente Beratung vor Ort, die Flexibilität und Innovationskraft des Anbieters schallreduzierender Produkte sowie die Investitionsbereitschaft des Kunden. Jedes Unternehmen sollte seine Lärmsituation überprüfen und bei Überschreitung der gesetzlichen Grenzen handeln. Wichtig ist die Teamarbeit von Unternehmen, Aufsichtsbehörden und Anbietern von Schallschutzprodukten. Lärm wird in jedem Unternehmen dann zum Kostenfaktor, wenn nichts dagegen unternommen wird.
Dipl.-Kfm. Ulrich Hausdorf ist Projektleiter der Wolf Industrieschallschutz GmbH in Embüren.
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