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Oerlikon Balzers Coating

„Schichtarbeit“ am Werkzeug verkürzt den Spritzgießzyklus

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Was am Werkzeug sollte per Schicht veredelt werden?

Diese werden auf die zentralen Bauteile zur Ausformung der Preformkontur appliziert. Zum einen auf dem Kern, der die Innenkontur ausbildet, zum anderen auf der sogenannten Halsbacke (Neckring). Diese Komponente formt den Flaschenhals eines Preform – dessen Körper in einer nachgelagerten Fertigungsstufe zur Endform aufgeblasen wird – bereits komplett aus, samt Gewinde für einen Schraubverschluss. Der Neckring besteht aus zwei Hälften, zusammengehalten von einen Schließkonus. Diese Hälften öffnen sich nach dem Spritzguss und geben den geformten Preform frei. Dieser millionenfach durchgeführte Prozess bei Einspritzdrücken von 500 bis 1000 bar belastet die Werkzeugteile extrem.

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Tribologisch flutscht es besser mit Schicht

Bei höchsten Ansprüchen komme Balinit Dylyn zum Einsatz. Diese siliziumdotierte DLC (Diamond Like Carbon)-Schicht bietet beim Spritzgießen die besten Verschleiß- und Korrosionsschutzfaktoren, heißt es. Außerdem bildet sich damit eine äußerst glatte Oberfläche aus. Deshalb sorgt die Schicht auf dem Neckring für ein reibungsärmeres sowie besseres Zusammenspiel der Teile. Sie erleichtert außerdem die Reinigung und Entfernung von Ablagerungen oder Abscheidungen, wie sie etwa durch den zunehmenden Einsatz von Additiven im Kunststoffgranulat kommen. Auch Kerne würden bei High-End-Anforderungen mit Balinit Dylyn optimiert. Ansonsten erhalten diese Teile standardmäßig eine Titannitrid-Beschichtung per Balinit A. Diese verbessert das Abstreifverhalten der Preforms, schützt die besondere Mikrostruktur des Bauteils und widersteht der zuweilen hohen mechanischen Belastung bei der Reinigung, wie Oerlikon Balzers erklärt.

„Angesichts solcher Vorteile, die sich sehr positiv auf die Fertigungsqualität und Langlebigkeit der Werkzeuge auswirken, sind unbeschichtete Kerne keine Option für uns“, betont Betriebsleiter Klaus Wegmann. Nicht zuletzt steigern die verschleißsenkenden Schichten in der Massenfertigung die Standzeiten der Werkzeuge. „Damit holen wir bei diesen Anwendungen das Optimum heraus – ein Ergebnis von gut 20 Jahren bester Zusammenarbeit mit Oerlikon Balzers“, resümiert Christian Wagner, Vorstand Technik und Vertrieb.

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