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Wasserstrahlschneiden

Schlanker Schneidstrahl fertigt filigranere Strukturen

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Die neue 0,2-mm-Düse und der damit verbundene verringerte Wasserstrahldurchmesser bieten den Anwendern zahlreiche Vorteile. So lassen sich mit dem kleineren Schnittspalt deutlich filigranere Teile herstellen – besonders, wenn es sich um sehr komplexe Formen handelt. Besonders kleinere Innenradien können damit einfacher realisiert werden. Selbst kleinste Bohrungen mit Durchmessern bis hinunter zu 0,3 mm lassen sich noch mit einem kreisend einstechenden Wasserstrahl erstellen.

Im Vergleich zum 0,3-mm-Strahl wirkt der Schnitt jetzt viel schärfer

Aber auch bei Teilen, die nicht zwingend einen solch dünnen Schneidstrahl erfordern, steigt die Qualität. Selbst für den Bereich Microwaterjet verantwortliche Mitarbeiter bei Daetwyler war vom Ergebnis positiv überrascht, als testweise die gleichen Buchstaben zuerst mit einem 0,3- und dann mit dem 0,2-mm-Schneidstrahl ausgeschnitten wurden: Die Schrift wirkt jetzt deutlich schärfer.

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Außerdem ergeben sich mit der neuen Düse erhebliche Kosteneinsparungen: Gegenüber der 0,3-mm-Düse sinkt der Wasserverbrauch von 0,4 auf 0,17 l/min, der Verbrauch des Abrasivs reduziert sich von 60 auf 16 g/min und um einen Druck des Strahls von 4000 bar zu erzielen, reicht eine Pumpenleistung von 3 kW gegenüber 6 kW beim 0,3 mm dicken Schneidstrahl.

Der im Durchmesser reduzierte Strahl ergänzt die generellen Vorteile des Mikrowasserstrahlschneidens für anspruchsvolle Werkstücke. Die großen Stärken des Verfahrens sind folgende:

  • Weil die mechanische Belastung der Werkstücke sehr gering ist, werden unter anderem keine teuren Aufspannvorrichtungen benötigt.
  • Das Schneiden erfolgt spannungsfrei, mit geringer Schnittfugenbreite und ohne Gefügeveränderungen im Werkstück.
  • Mit dem Microwaterjet lassen sich Teile nicht nur präzise schneiden, sondern auch Oberflächengüten bis Ra = 0,8 µm erreichen, sodass die meisten so geschnittenen Teile praktisch gratfrei sind und sich ohne Nachbearbeitung einsetzen lassen.
  • Sogar strukturierte Oberflächen und Gravuren können mit dem Microwaterjet hergestellt werden.

Trennverfahren eignet sich auch für hitzeempfindliche Werkstoffe

Weil der Trennvorgang keinerlei Wärme entstehen lässt, eignet sich das Verfahren für nahezu alle Werkstoffe – selbst für hitzeempfindliche Materialien, für die Laserschneiden von vorneherein ausfällt. Auch Leitfähigkeit, wie sie fürs Drahterodieren erforderlich ist, wird in keiner Weise vorausgesetzt. Und gerade bei kleinen Serien, bei Einzelstücken oder wenn sehr schnell produziert werden muss, ist es wichtig, dass kein Werkzeug benötigt wird.

Beispielsweise in der Medizintechnik ist das Schneiden ohne Aufhärtungen im Werkstück von Bedeutung, wenn es um filigrane Netze für Implantationen geht, die auch nach dem Schneiden ihre Flexibilität behalten müssen. Aber nicht nur die Medizintechnik und beispielsweise der Flugzeugbau können mit ihren sehr speziellen Werkstoffen sowie hohen Anforderungen an Oberfläche und Gefüge vom Präzisions-Wasserstrahlschneiden profitieren. Auch in der Automobil-, Elektro- und Uhrenindustrie sowie anderen Branchen werden die Anforderungen an Mikro- und Präzisionsteile immer höher.

Neuentwicklung durch Schneidkopfaustausch nachrüsten

Die jüngste Neuentwicklung folgt konsequent der Daetwyler-Philosophie, Anlagen auch nach dem Verkauf über lange Zeit auf dem aktuellsten Stand zu halten. Denn die Technik für den 0,2-mm-Strahl lässt sich nachrüsten. So können alle Microwaterjet-Kunden von der Neuentwicklung profitieren. Der Anwender muss lediglich den Schneidkopf austauschen, der als zentrales Element die Düse enthält, und ein feineres Abrasiv verwenden. Schon steht ihm die Möglichkeit zu noch filigraneren Schnitten offen.

Zudem ist das neue Modell nun auch als geschlossene Version verfügbar. Die Anlage mit Einhausung bietet Vorteile vor allem beim Einsatz in der Medizintechnik oder wenn im gleichen Raum Drahterodiermaschinen arbeiten.

* Beat Trösch ist Verkaufsleiter bei der MDC Max Daetwyler AG in 3368 Bleienbach(Schweiz)

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