Anbieter zum Thema
Auf der ständigen Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten erregte der ABB Ability Smart Sensor die Aufmerksamkeit des mittelständischen Pumpenherstellers Egger. Diese 2016 von ABB entwickelte Lösung revolutionierte nach Angaben von ABB die Wartungslogistik von Motoren, indem sie drohende Probleme durch Fernüberwachung frühzeitig erkennbar machte. Damit konnten Wartungsarbeiten erstmals prophylaktisch durchgeführt und die Stillstandszeiten reduziert werden.
Nachdem die Sensoren speziell auf die Erfordernisse von Pumpen zugeschnitten wurden, können nun auch Daten wie Pumpendrehzahl, Unwucht oder Kavitation ausgelesen werden. Über ein Gateway werden sie an die ABB Ability Cloud übertragen. Von dort können sie entweder über eine App aufgerufen oder weiterverarbeitet werden. Somit lassen sich in Zukunft Cloud-basierte Services anbieten.
Wie Jonas Spoorendonk, weltweit zuständig für den ABB Ability Smart Sensor, erklärt, ist ABB eigentlich nur der Lieferant der Hardware und der Cloud-Services. Partner wie Egger hingegen treten mit den Kunden in Kontakt und realisieren somit ihre eigenen, neuen Geschäftsmodelle.
Massedurchflussmesser basiert auf volldigitaler Elektronik-Plattform
Neben der Weiterentwicklung des Smart Sensors kündigte ABB für die Hannover Messe die neuen thermischen Massedurchflussmesser der Baureihe „Sensy-Master“ an, die die Modelle der Baureihe „Sensy-Flow“ ablösen sollen. Wie Reinhard Poft, zuständig für die Durchflussmesstechnik im Business Development bei A ABB, erklärt, basieren die neuen Geräte auf dem Prinzip des Heißfilm-Anemometers und zeichnen sich durch eine kurze Ansprechzeit, einen sehr großen Messbereich bei gleichzeitig einfachem und robustem Aufbau aus.
War das Vorgängermodell noch analog, erleichtert nun die Digitalisierung dem Anwender die Nutzung. So ermöglicht etwa das eingebaute „Sensor Application Memory“ eine redundante Datenspeicherung, was bei einem Elektroniktausch keine Neukalibrierung erforderlich macht. Neben vier vorkonfigurierten Messapplikationen können zudem weitere Applikationen ausgewählt werden.
Sensorik und Schwingungsanalyse integriert in Linearführungen
Schaeffler integriert Sensorik und Schwingungsanalyse in Linearführungen und bietet mit diesen Mechatronikkomponenten eine automatisierte Nachschmierung. Die 2017 schon für Rollenumlaufeinheiten realisierte Funktion ist nun auch für Kugelumlaufführungen erhältlich und wird auf der Hannover Messe gezeigt. Und der Benefit geht laut Schaeffler weit über die reine Nachschmierfunktion hinaus.
Die Möglichkeit, die Schmierung und Überwachung des Schmierzustandes von Profilschienenführungen komplett automatisieren zu können, bedeutet für Betreiber und Hersteller von Produktionsmaschinen einen großen Fortschritt. Denn für Betreiber entfallen damit eventuell noch manuell durchgeführte Schmierarbeiten, während Maschinenhersteller nicht mehr von den manchmal eingeschränkten Steuerungsmöglichkeiten einer Zentralschmieranlage abhängig sind.
Im Gegensatz dazu erfolge mit Schaeffler Durasense die Nachschmierung für jede einzelne Linearachse belastungs- und bedarfsgerecht. Die Auswerteelektronik ermögliche die Überwachung von bis zu sechs Laufwagen pro Achse. Sowohl bei den sechs- und vierreihigen Kugelumlaufführungen Kuse und Kuve als auch bei den Rollenumlaufführungen Rue kann die Position des Sensors am Laufwagen frei gewählt werden: links oder rechts am Laufwagen beziehungsweise links oder rechts vom Kopfstück.
Sowohl Mangelschmierung als auch Überfettung sollen mit der Sensoreinrichtung zuverlässig vermieden werden, die Maschinenlaufzeiten seien verlängert und die Ausfallrate reduziert. Falls die Nachschmierung versagen sollte, zum Beispiel aufgrund eines defekten Schmieraggregates, undichter Schläuche oder verstopfter Schmiernippel, erkenne das System dies zuverlässig. Eine aufwendige Überwachung mittels Drucksensoren, wie sie bei Zentralschmieranlagen eingesetzt wird, sei nicht notwendig.
Das neue System schütze so auch stark verkettete Anlagen vor sehr teuren Stillständen. Durasense ist für all jene Branchen von großer Bedeutung, in denen es auf maximale Maschinenverfügbarkeit ankommt, erklärt der Hersteller. Dies betreffe besonders die Fertigungslinien der Automobilhersteller sowie viele „Bewegungsachsen“ in der Intralogistik, der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie und in der automatisierten Montage und Handhabung.
Als 2011 das erste Mal auf der Hannover Messe von Industrie 4.0 zu hören war, dachte noch keiner daran, welche Auswirkungen das haben werde und was dazu alles nötig sein würde. Doch von Forschern der TU Darmstadt wurde vor über fünf Jahren wohl als eines der ersten Produkte eine Schraube mit einem Sensor versehen.
„Es gab bislang keine wirklich überzeugenden Methoden, um Sensoren anzubringen“, erklärte damals Matthias Brenneis, der die Schraube, aufbauend auf einem Vorgängerprojekt am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen, erfand und entwickelte. „Klebeverbindungen lösen sich leicht wieder, insbesondere in einer ,echten‘, rauen Produktionsumgebung.“ Zudem lieferten außen angebrachte Sensoren eben Messwerte „von außen“, die jedoch von den tatsächlich im Inneren einer Maschine oder eines Bauteils wirkenden Kräften abweichen könnten.
Einfaches Konstruktionselement wird zur Kraftmessschraube
Die Schraube durchlief mehrere Stadien, wurde kleiner, nähert sich der Marktreife und ist patentiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie war überzeugt von der neuen Technologie und nahm das Projekt ins „Exist-Forschungstransfer“-Programm auf. Für 18 Monate wurde die Weiterentwicklung der Sensorschraube mit Fördergeldern unterstützt – bis zur Produktion. Erste Auftraggeber nutzen die Technologie bereits im Rahmen von Pionierprojekten.
2013 wurde aus dem Projekt als Ausgründung das Unternehmen Consenses gegründet, um diese Schrauben zu vermarkten. Die Produkte des Herstellers sind einfach zu integrieren. Die patentierten Kraftmessschrauben ersetzen konventionelle Schrauben und liefern hochpräzise Kraftsignale aus dem Inneren mechanischer Konstruktionen, heißt es. Weggeber und Beschleunigungsaufnehmer werden magnetisch fixiert oder durch eine Zentralschraube montiert. MM
(ID:45214628)