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Schwenkbiegen statt Abkanten

Schwenkbiegen erleichtert Großteilbearbeitung

| Autor / Redakteur: Willy Stahl / Stéphane Itasse

Große Radien in großen Blechen lassen sich mit einer Schwenkbiegemaschine wesentlich einfacher herstellen als mit einer Abkantpresse.
Große Radien in großen Blechen lassen sich mit einer Schwenkbiegemaschine wesentlich einfacher herstellen als mit einer Abkantpresse. (Bild: RAS Reinhardt Maschinenbau)

Wer große Radien in geringen Stückzahlen biegen muss, tut sich an einer Abkantpresse oft schwer. Hier kann eine Schwenkbiegemaschine deutliche Vorteile bringen, wie das Beispiel der Rößler GmbH aus Mertendorf zeigt.

Das Unternehmen ist ein Lohnfertiger, der sich auf Einhausungen von Werkzeugmaschinen spezialisiert hat. Die Vielfalt der Gehäuse bei gleichzeitig geringen Stückzahlen setzt eine hohe Flexibilität in der Produktion sowie eine hohe Fertigungstiefe voraus. Als seine Kunden das Design der Baugruppen mit großen Radien versahen, stieß die bisher verwendete Fertigung auf Abkantpressen an ihre Grenzen. Ein RAS-Updown-Center biegt heute die Radien automatisch.

Schwenkbiegemaschine überzeugt von Anfang an

Als Firmeninhaber Guido Rößler die RAS-Schwenkbiegemaschine zum ersten Mal sah, war er gleich überzeugt, das richtige Verfahren gefunden zu haben. Das Updown-Schwenkbiegesystem sollte die beiden vorhanden Pressen ergänzen und speziell die Teile mit Radien übernehmen. Auch große und schwere Bleche, die auf der Abkantpresse oft zwei Bediener benötigen, kamen Guido Rößler sofort in den Sinn.

Nachdem der erste Kunde aus dem Fräsmaschinensektor auf runde Außenkonturen umgestellt hatte, zog ein Hersteller aus dem Schleifmaschinenbereich nach. Jetzt bestand Handlungsbedarf und so entschied man sich im Jahr 2014 zum Kauf des RAS-Updown-Centers mit 3200 mm Biegelänge für bis zu 3 mm dicke Stahlbleche.

Die Konstruktionen der Bauteile erhält die Rößler GmbH meist in Form von 3D-Datenmodellen vom Kunden. Die Kunden lassen jedoch den Blechspezialisten aus Sachsen-Anhalt freie Hand bei der Aufteilung des Gesamtmodells in Baugruppen und Einzelteile. Damit können die Konstrukteure der Rößler GmbH einzelne Bauteile an die vorhandenen Fertigungsverfahren anpassen und sie auf diese Weise wirtschaftlicher fertigen.

Keine Kompromisse gibt es hingegen bei der Qualität. Die Radien der Maschineneinhausungen sind nicht nur Sichtteile, sondern auch Designmerkmal und Blickfang. Saubere und gleichmäßige Rundungen verstehen sich daher von selbst.

Aufwand für viele kleine Biegeschritte auf Abkantpressen ist enorm

Genau hier setzt das Differenzierungsmerkmal des Updown-Centers zur Abkantpresse an. In beiden Fällen werden die Radien nicht mit einem Prägewerkzeug, sondern aus aneinandergereihten kleinen Biegeschritten erzeugt. Durch die Vielzahl unterschiedlicher Radien ließe sich ein werkzeuggebundenes Prägen wirtschaftlich auch gar nicht darstellen. Auf der Presse sind eng aufeinanderfolgende Biegeschritte überhaupt nur mit engen Matrizenweiten herstellbar. Der Aufwand ist jedoch enorm und selbst für zwei Bediener bei 2 oder gar 3 mm Blechdicke sehr kraftraubend. Beim Anheben der schweren Bauteile lässt die Muskelkraft rasch nach und somit kann schnell einmal ein Biegeschritt danebengehen.

Beholfen hat man sich in der Vergangenheit, indem man eine größere Weite für die Biegeschritte wählte. Das hatte jedoch zur Folge, dass die Oberfläche der Radien durch Schleifen nachbearbeitet werden musste, um saubere Rundungen zu erzielen. Eine zeitraubende, lärmende und staubige Arbeit, die stark vom Geschick des Schleifers abhängig ist und exakt wiederholgenaue Radien fast unmöglich macht.

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