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Schwenkbiegen statt Abkanten

Schwenkbiegen erleichtert Großteilbearbeitung

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Werkstück bleibt auf der Schwenkbiegemaschine immer in der Horizontalen

Auf die Vergangenheit angesprochen strahlt Guido Rößler heute. Denn mit der Schwenkbiegetechnik bleibt das Werkstück immer in der Horizontalen. Beim Start eines Biegeprogramms fahren Anschlagköpfe von der Seite in den Arbeitsraum des Maschinentischs. Der Bediener legt den Zuschnitt an diesen Köpfen an und aktiviert die Sauger im Anschlagtisch. Diese in Vakuumzonen aufgeteilten Saugeinheiten ziehen das Blech an und die Anschlagköpfe verschwinden wieder. Danach bewegen die Saugerplatten das Werkstück nach vorne und positionieren es für jeden Biegeschritt auf der Biegelinie. Die Biegewange schwenkt entweder von unten nach oben oder bei negativen Biegungen von oben nach unten auf den programmierten Biegewinkel.

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Je feiner die Oberfläche eines Radius werden soll, desto enger wählt man die Biegeschritte. Liegt ein Radius im Sichtbereich, folgen die Biegeschritte enger aufeinander. Bei Radien im Innenraum der Verkleidung, die eher Funktionscharakter haben, lässt sich die Schrittweite etwas vergrößern und der Biegeablauf beschleunigen. Auch die Geradheit der Biegungen und Radien über die Länge des Bauteils begeistert die Mitarbeiter bei Rößler ein ums andere Mal. Da gibt es keine Winkelunterschiede von rechts nach links, die zu Nacharbeiten beim Schweißen führen würden. Zusammen mit den hinterlegten Materialtabellen stimmen die Biegewinkel selbst bei neuen Materialchargen meist auf Anhieb.

Schwenkbiegemaschine arbeitet sehr wiederholgenau

Maschinenbediener Toni Kunze schwärmt: „Das Updown-Center hat einfach ein geniales Biegekonzept. Wenn wir zehn Radiusteile fertigen, sind alle exakt wiederholgenau gebogen.“ Weiter hebt er die einfache Bedienung der Maschine hervor, beginnend bei der Programmierung. Bei komplizierteren Teilen übernimmt die Arbeitsvorbereitung im Büro die Aufbereitung der Programme. Sie importiert eine Step-Datei des Bauteils in die Office-Software. Einfache Teile werden in der Werkstatt am Touchmonitor mit der integrierten CAD-Software schnell aufgebaut. Mit einem Mausklick ist das Biegeteil in beiden Fällen inklusive aller Maschinenabläufe programmiert.

Bei alternativen Programmvarianten schlägt die Software sogar die beste Alternative mit einer 5-Sterne-Bewertung vor. Die 3D-Simulation zeigt dem Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung sofort, ob das Biegeteil machbar ist. Das erzeugte Biegeprogramm kann sich der Maschinenbediener direkt vom Server laden und abarbeiten. Er kann es auch in einer Biegeteilbibliothek ablegen, sollte es sich um ein Wiederholteil handeln. Ebenso lassen sich verschiedene Programme in einer Jobliste zusammenfassen und nacheinander abarbeiten. „Die Steuerung ist viel einfacher und übersichtlicher als auf unseren anderen Maschinen. Der Einstieg ist von Anfang an sehr leicht gefallen“, meint Kunze.

Schwere Bauteile auf der Schwenkbiegemaschine leicht bewegen

Mit den großen Maschinentischen und den eingelassenen Kugelrollen lassen sich auch schwere Bauteile leicht bewegen. Während das Biegen sperriger Teile auf der Presse ein Knochenjob ist, punktet das Updown-Center durch entspanntes Arbeiten. Wenn Rößler von mittelgroßen Einhausungen redet, ist das ein Gebilde von 3000 mm × 2000 mm. Große Verkleidungen können auch einmal 6000 mm × 5000 mm messen. Leicht vorstellbar, wie sperrig und schwer die dazugehörigen Einzelteile aussehen.

Verschiedene komplexe Werkstücke kann das Updown-Center nicht komplett fertig biegen. Nachdem die Rundungen auf der Schwenkbiegetechnik hergestellt sind, erledigt die Presse die anderen Biegungen. Indem Rößler beide Verfahren im Haus hat, profitieren die Techniker von den Vorzügen beider Biegearten.

Maschineneinhausungen sind kein Massenprodukt. Kleine Serien und vielfältige Bauteilgeometrien gehören daher bei Rößler zum Alltag. Lediglich fünf oder zehn gleiche Teile zu fertigen, ist der Normalfall. Sind es einmal 100 gleiche Teile, grenzt das an Seltenheit. Dies kommt etwa vor, wenn Rößler für einen Ladenbauer Blumenwannen fertigt. Um diese kleinen Losgrößen wirtschaftlich biegen zu können, verfügt das Updown-Center über einen Werkzeugwechsler, der die Oberwangenwerkzeuge automatisch auf Position setzt. Genau auf die Position, die die Bendex-Software während der automatischen Programmierung der Bauteile errechnet hat.

Über die Designradien an den Verkleidungsblechen ist die Rößler GmbH zum Updown-Center gekommen. Diese Radien sollten wirtschaftlich gebogen werden. Guido Rößler sagt hierzu: „Bei den Radien haben wir alleine beim Biegen eine Zeitersparnis von über 50 %. Zudem sind wir deutlich präziser und wiederholgenauer.“

Die Effekte in der nachfolgenden Bearbeitung zeigten sich erst später. Durch die genauen Biegungen passen die angeschweißten Laserteile viel besser, was sich in Zeitersparnis und geringerem Verschleifaufwand niederschlägt. „Das sind Ersparnisse, mit denen wir anfänglich gar nicht kalkuliert hatten, die uns aber früher mit das meiste Kopfzerbrechen machten“, meint der Firmeninhaber rückblickend.

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