Hainbuch Sensorik treibt die Spanntechnik voran

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Hans-Michael Weller, technischer Geschäftsführer der Hainbuch GmbH in Marbach, gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit und das Entwicklungspotenzial von Spannfuttern. Dabei sieht er einen klaren Trend in Richtung Mechatronik.

Anbieter zum Thema

Herr Weller, die jüngste Entwicklung von Hainbuch ist das Spannfutter Toplus IQ. Wodurch unterscheidet es sich vom bisherigen Stand der Technik?

Weller: Durch die eingebaute Sensorik und Signalübertragung. Sie bildet die Grundlage für eine prozessabhängige Spannkraftregulierung. Die am Werkstück wirkende Spannkraft wird per Funk an eine Empfangsstation übertragen. Diese initiiert über die Maschine falls notwendig eine Korrektur. Auch die mechanischen Komponenten unterscheiden sich vom bisherigen Stand der Technik. Der Futterkörper ist eine Verbundkonstruktion aus Stahl und Mineralguss und das Spanngetriebe nahezu reibungsfrei.

Herkömmliche Spannmittel weisen zumeist selbst hemmende Spanngetriebe auf. Diese sind für eine Regelung der Spannkraft ungeeignet. Das bei Spanntop-Futtern einfache Spanngetriebe ist nun wälzgelagert. Wir setzen spezielle Kugelmatten ein, bei denen die im Elastomer eingebetteten Kugeln vor Schmutz geschützt sind.

Welchen Nutzen bietet diese neue Spanntechnik den Anwendern?

Weller: Bei den normalen Toplus-Futtern, mit einer Verbundkonstruktion aus Mineralguss und Stahl, berichten Anwender von stabileren Prozessen und Standzeiterhöhungen von 30% und mehr. Das Toplus-IQ-Futter bietet noch mehr Möglichkeiten der Effizienzsteigerung. Das I steht für Intelligenz und für die Erkenntnis über wirkende Spannkraft, Wirkkräfte wie Fliehkraftverluste, Wartungszustand und Funktionsbereitschaft. Für den Endanwender ergeben sich vielschichtige Zusatznutzen.

Das Toplus IQ eröffnet aufgrund der extrem reduzierten Reibverluste die Möglichkeit einer Spannkraftregulierung oder Steuerung. In vielen Anwendungsfällen reicht eine einfache Steuerung ohne Rückführung der Spannkraftgröße aus. Bei sehr diffizilen, leicht deformierbaren Werkstücken oder wenn der Störeinfluss auf das Spannmittel beispielsweise durch Verschmutzung extrem groß ist, ist es erforderlich, den Spannkraftwert zurückzuführen und einen geschlossenen Regelkreis aufzubauen.

In diesen Fällen bringt Toplus IQ mit Sensor und Signalübertragung die erforderliche Prozesssicherheit. Aber auch ohne Spannkraftsteuerung oder -regelung bringt die Überwachung für den Anwender Nutzen, denn das IQ-Futter erkennt den Betriebs- und Wartungszustand des Spannmittels. So lassen sich Wartungsintervalle optimieren.

(ID:298324)