Gießen/Anlagenbau

Siempelkamp verzeichnet Rekordumsatz

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Siempelkamp setzt auf Maschinen zur Composites-Bearbeitung

In Forschung und Entwicklung setzten die Krefelder verstärkt auf die Marktplazierung der Maschinentechnik zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen und auf die Entwicklung neuer Werkstoffe, die das Gewicht von Gussteilen deutlich verringern sollen. Das ist im Hinblick auf immer größere Strukturteile bei Offshore-Windkraftanlagen von steigender Bedeutung, wie Fechner erklärte. Außerdem baut Siempelkamp die Kompetenz im Bereich des Resin Transfer Moulding (RTM) und bei der Organoblechverarbeitung (PEEK/CF-Sandwiches) aus, womit vor allem die Automobil- und Luftfahrtindustrie angesprochen werden soll.

Zum Thema Engagement in Asien war zu erfahren, dass Siempelkamp neben dem Hang zum Kopieren, verstärkt feststelle, dass etwa China merkliche Hindernisse aufbaue was sich zum Beispiel so zeige, dass es immer schwieriger werde für Monteure ein Visum zu erhalten.

Produktpiraterie treibt Unternehmen zu neuen Innovationen an

Fechner sieht in der Kopiermentalität nicht nur Negatives, sondern interpretiert den daraus resultierenden Druck auf den Westen als Chance, in Sachen Innovationskraft die Nase vorn zu behalten. Aus jüngster Erfahrung konnte er berichten:„Am Ende zählt die Qualität und der Kunde besinnt sich auf das Original."

Wichtig sei dabei ein langer Atem um den Reifungsprozess, bis der Kunde wieder umdenkt, zu überbrücken. Eine andere Möglichkeit den Kopierern in die Parade zu fahren liegt nach Fechnerns Meinung darin, das Original direkt vor Ort, zu den Preisen der Kopisten zu fertigen.

Der Geschäftsbereich Nukleartechnik setzt weiter auf Sicherheit als höchste Priorität. 2011 konnte ein Umsatz von etwa 94 Mio. Euro und ein Auftragseingang in Höhe von 111 Mio. Euro verbucht werden. Nach Fukushima sei es besonders wichtig, dass sich die Kunden auf sichere Technik und einen kompetenten Dienstleister verlassen könnten. Die Siempelkamp Nukleartechnik bietet dazu ein umfangreiches Portfolio von Ingenieurdienstleistungen und Produkten wie Castor-Behälterkörper oder Mosaik-Behälter und Komponenten für die Aus- und Nachrüstung.

Nukleartechnik von Siempelkamp profitiert von AKW-Rückbauten

Auch der Rückbau und die Stilllegung nuklearer Anlagen sowie kompentente Sicherheitseinrichtungen wie die Core Catcher-Kühlstrukturen im finnischen Kernkraftwerk Olkiluoto und dem französischen Flamanville 3 gehören dazu. 2011 entwickelte Siempelkamp etwa ein Rückbaukonzept für den amerikanischen Kunden Zion Solutions, das die fernbediente Zerlegung der beiden Reaktordruckbehälter der Doppelblockanlage des KKW Zion vorsieht. Die Förderung von dringend gesuchten Fachkräften unterstützt das Unternehmen mit einem jährlichen Stiftungspreis im Zuge eines Doktorandenwettbewerbs auf der Jahrestagung Kerntechnik.

Unter dem Slogan der Super-Gigant ist zurück, präsentierte Fechner die im Februar 2012 abgeschlossene Modernisierung einer 50.000 t Gesenkschmiedepresse bei Alcoa Forging & Extrusions in Cleveland, USA. Dort produziert Alcoa große Aluminium-, Titan-, Nickel- und Stahlschmiedeteile für die Luft- und Raumfahrt. Siempelkamps Lieferumfang beinhaltete 14 große Gussteile für die Ober-, Lauf- und Unterholme sowie die Fundamentträger, von denen zehn Stück je zwischen 200 und 250 t auf die Waage brachten. Als besonders knifflige Herausforderung sah Fechner die geglückte exakte Anpassung an den Altteilebestand, da Alcoa die neuen Elemente vor Ort selbst installieren wollte.

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