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Diesen Vorteil sieht auch Philipp Wallner Global Technology Manager Mechatronic Solution bei der B&R Bernecker + Rainer Industrieelektronik Ges.m.b.H.: „Wie zahlreiche Studien sehr eindrucksvoll zeigen, wirkt sich ein Fehler desto unangenehmer und vor allem kostspieliger aus, je später er im Entwicklungsprozess erkannt wird. Aus diesem Grund schafft Simulation mittelfristig einen entscheidenden Kostenvorteil für die Maschinenentwicklung.”
Anlagenverbesserunegn mit Simulation schnell und ohne großen Aufwand abgeschätzen
Zudem erweisen sich Simulationen im Betrieb der Anlagen als vorteilhaft, wenn etwa Umbauten oder Erweiterungen anstehen. „Während der Aufwand für die komplette Neuentwicklung eines Maschinenmodells relativ hoch ist, können die Auswirkungen von Verbesserungen mechanischer Art oder durch neue Softwarefunktionen anhand eines bestehenden Simulationsmodells schnell und ohne großen Aufwand abgeschätzt werden. So kann zum Beispiel sehr schnell verifiziert werden, ob die Auslegung der Antriebe optimal gewählt ist oder ob man auch mit einem kleineren Motor auskommt”, so Wallner.
Simulationen der Antriebsauslegung oder beispielsweise von Soft-SPS, mitgeliefert von der Automatisierungssoftware von B&R, werden laut Wallner von mehr als der Hälfte der Kunden genutzt. Aufgrund des hohen Initialaufwands steht die gesamte Nutzung der Möglichkeiten modellbasierter Entwicklung mithilfe von dedizierten Simulationswerkzeugen noch hinten an.
Enorme Einsparungen im Bereich der erneuerbaren Energien möglich
Dies bestätigt auch Güttel: „Einfache Simulationen, wie die von Ein- und Ausgängen oder von Achsen, werden nahezu alle unsere Kunden bereits verwendet haben. Die Verwendung der neuen Möglichkeiten, die wir durch die Anbindung von Matlab/Simulink an unsere Engineering-Software schaffen, wird in den einzelnen Bereichen variieren.”
Güttel rechnet damit, dass im Bereich der regenerativen Energien oder der Prüfstandsautomatisierung die Software zu 90 bis 100% genutzt wird, während klassische Maschinenbauer diese nur zu 10 bis 20% nutzen werden.
Allerdings hat Siemens laut Schlögl schon vielversprechende Beispiele im Maschinenbau gesehen, wenngleich Simulation den größten Stellenwert bei prozesstechnischen Anlagen hat, wo die virtuelle Inbetriebnahme schon Stand der Technik sei. Auch im Anlagenbau der deutschen Automobilindustrie habe die Technik Fuß gefasst.
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