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Zusatzkriterium „Einfluss der Kultur“
Des Weiteren sind beim Planen, Gestalten und Durchführen von Assessments und Audits folgende Spezifikationen und Beschränkungen der osteuropäischen Kultur zu beachten.
Beziehungsorientierte Geschäftskultur: Anders als westeuropäische Länder agieren Firmen in Osteuropa und Russland nicht auf Basis einer zielgerichteten Geschäftskultur, sondern einer beziehungsorientierten. Statt Motivation und Effizienz aus dem Erreichen eines Ziels zu ziehen, ziehen sie ihre Effizienz und Motivation aus einer guten persönlichen Beziehung. Das bedeutet: Der Prozess ist langsam, solange keine Beziehung aufgebaut ist, und er gewinnt an Effizienz, wenn eine Beziehung besteht.
Betrachtet man das Projektmanagement, heißt das, dass zum Beispiel beim ersten Projekt zunächst einmal 150 % mehr Zeit benötigt wird, um die Ziele zu erreichen. Ist aber erst mal ein gemeinsames Projekt gelaufen und ist die Beziehung aufgebaut, kann das nächste in weniger als 100 % der Zeit durchgeführt werden. Bezogen auf das Assessment übt dies Einfluss auf Aspekte wie „Umgang mit Informationen”, „Umgang mit Fehlern“ und, aus der Motivationsperspektive betrachtet, „Mut zu Entscheidungen“ aus.
Information als Instrument der Machtausübung: Information wird in Osteuropa oft als Instrument der Machtausübung eingesetzt. Daher erhalten viele Angestellte keine Informationen und wissen auch nicht, warum sie bestimmte Aufgaben erledigen. Das führt zu einem Verlust an Effizienz und zur Durchführung falscher Tätigkeiten.
Es gibt keinen Raum für Fehler, und häufig werden die Angestellten für Fehler bestraft. Deshalb treffen sie Entscheidungen nicht selbst, sondern verlagern diese auf die nächsthöhere Managementebene. Das macht den Entscheidungsfindungsprozess langsam und ineffizient. Dieses Verhalten sollte bei allen Teilnehmern beurteilt werden.
In Osteuropa motiviert die Sicherheit des Jobs
Unsicherheitsvermeidung: Die Menschen streben nach Sicherheit und Stabilität. Das macht es für die Unternehmen einfach, ihre Angestellten durch Stabilität und sicheres Einkommen an sich zu binden. Es bedeutet aber gleichzeitig ein geringes Interesse am Unternehmertum und eine geringe Bereitschaft zu Veränderungen. Diese Dimension sollte beim Assessment und beim Audit berücksichtigt werden. Sie kann heruntergebrochen und unter Aspekten wie „Bereitschaft zu Veränderung“, „Bereitschaft, sich anzupassen“ und „Bereitschaft, aktiv die Umwelt zu gestalten“ analysiert werden.
Motivation nur durch Sicherheit: Motivationsaspekte spielen in den östlichen Ländern eine sehr große Rolle, da viele Menschen nur nach einer sicheren Arbeit suchen und durch diese Sicherheit motiviert sind. Die Motivation, aktiv den Prozess zu gestalten, ist gering. Daher sind wichtige Aspekte wie „Bereitschaft zu lernen“, „proaktive Erweiterung der Erfahrung” und „Mut zur Entscheidungsfindung” von größter Wichtigkeit beim Assessment und Audit.
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