CAD/CAM-Systeme im Werkzeug- und Formenbau

Software hilft Zerspaner und Konstrukteur beim Werkzeugbau

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Flotte Hybridmodellierung

Bei kleinen Teilen fährt man mehrgleisig, was auch mit Werkzeugen für nachgelagerte Prozesse zur anschließenden Oberflächenveredelung zu tun hat, die im Allgäu gefertigt werden. Dazu wurde parallel in Lindenberg eine eigene Fräsfertigung aufgebaut, darunter zwei neue 3-Achs-Bearbeitungszentren, die mit dem CAM-Modul Visi Machining in den bestehenden Visi-Workflow eingebunden sind. Mit diversen Modulen ist Visi an insgesamt elf Arbeitsplätzen installiert, ergänzt durch sechs Lizenzen für den Visi Viewer. Sowohl bei CAD als auch bei CAM bildet im 3D-Bereich grundsätzlich das Visi Modelling die Arbeitsgrundlage, das durch Module aufgabenspezifisch ergänzt wird. Bei Erbiwa ist dies im Konstruktionsbereich Visi Mould, das um die fertigen Formeinsätze herum einen weitgehend automatisierten Werkzeugaufbau ermöglicht.

Beim 3D-CAD-Grundmodul Visi Modelling handelt es sich um einen sogenannten Hybridmodellierer. „Das heißt, dass Visi den hier verwendeten Parasolid-Kern für die Volumen- sowie für die Flächenmodellierung kombiniert nutzt“, erklärt Marco Wiest, Vertriebsingenieur von Mecadat. Im Gegensatz zu rein parametrisch arbeitenden CAD-Systemen bringe dies im Werkzeugbau klare Vorteile, weil man deutlich schneller und flexibler konstruieren könne.

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Simulierte Bewegung

Die Allgäuer sind Fans des direkten Konstruierens, das mit Visi sehr gut klappt. Besonders Wagner, der früher mit anderen namhaften, aber parametrisch aufgebauten CAD-Systemen Werkzeuge konstruiert hat, ist von der Visi-Performance begeistert. So komme es etwa häufig vor, dass ein Mitarbeiter der insgesamt achtköpfigen Konstruktionsabteilung ein Werkzeug komplett fertig konstruiert hat und später Kollegen noch Anpassungen oder Veränderungen vornehmen. Dabei sei es mit parametrischen Konstruktionsdaten nicht so einfach, den Einstieg zu finden. Denn die anderen Kollegen müssten erst mal verstehen, mit welcher Philosophie das Werkzeug aufgebaut wurde, weil jeder quasi seinen eigenen Stil hat. Auch einfachste Änderungen kosteten dann viel Zeit. Mit Visi funktioniere das aber einfach und ohne Qualitätsverlust.

Die Visi-Parametrik nutzt Erbiwa hauptsächlich, um Bewegungsabläufe, etwa von Schrägschiebern, zu simulieren. Durch Visi erfährt man im Vorfeld, ob die Teile problemlos entformt werden oder eine Kollision mit dem Bauteil oder mit anderen Werkzeugkomponenten droht. „Auch Drehbewegungen von Zahnrädern, die über Zahnstangen ausgeführt werden, sind ein typischer Fall für die Simulation. Oder die Prüfung der Bewegung von Schiebern mit Schrägbolzen bei der Öffnung des Werkzeugs“, so Wagner. Probleme, die es vor dieser Möglichkeit gab, können mit der Kinematiksimulation rasch erkannt und eliminiert werden, merkt Wagner an.

Support fürs Maximum

Von besonderer Bedeutung sind im Konstruktionsalltag auch die guten Importfunktionen, die Visi in Form diverser Schnittstellen von Haus aus mitbringt. Diese erachtet man in Lindenberg als sehr wichtig, sowohl die Kundendaten betreffend als auch für die Zusammenarbeit mit den chinesischen Kollegen. Denn alle CAD-Daten werden hier über Parasolid ausgetauscht. Der Hintergrund ist, dass bei Erbiwa Mould Industrial mit Siemens NX konstruiert wird. Zum Teil finden heute auch Konstruktionen in China statt, die im Allgäu dann noch modifiziert werden. Damit hat Erbiwa nicht nur sehr gute Erfahrungen gesammelt, sondern das läuft auch über die Parasolid-Schnittstelle von Visi absolut problemlos.

Visi hat sich in Lindenberg folglich als ein echt durchgängiges System bewährt. Das gilt auch für den Service von Mecadat, dem Visi-Distributor für den deutschsprachigen Raum. Dieser überzeuge nicht nur bei der Preisgestaltung, sondern vor allem auch in puncto Know-how. So ist man sich bei Erbiwa denn auch sicher, dass man ohne diesen Support in der Konstruktion mit Visi nicht so schnell den hohen Stand erreicht hätte, den man heute genießen kann. Gelobt wird dabei auch das selbsterklärende Bedienkonzept, das die Einarbeitungszeit von neuen Mitarbeitern und den Aufwand für Schulungen auf ein Minimum reduziert. MM

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