Akzeptabler Kompromiss Thyssenkrupp Steel verhängt harten Sparkurs – auch für Belegschaft

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Management von Thyssenkrupp Steel Europe und die Gewerkschaft IG Metall sind sich einig geworden, welche Sparmaßnahmen das Unternehmen nun einführt. Der Belegschaft dürfte das nicht gefallen ...

Thyssenkrupp Steel Europe fährt schon länger konjunkturellen Schlingerkurs. Um mit Gegenmaßnahmen reagieren zu können, ist man sich mit der IG Metall nun einig geworden. Doch das wird nicht allen schmecken ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Thyssenkrupp Steel Europe fährt schon länger konjunkturellen Schlingerkurs. Um mit Gegenmaßnahmen reagieren zu können, ist man sich mit der IG Metall nun einig geworden. Doch das wird nicht allen schmecken ...
(Bild: Thyssenkrupp)

Deutschlands größter Stahlhersteller wird wegen Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und Billigimporten aus Asien gebeutelt. Als Gegenmaßnahme will Thyssenkrupp Steel Europe nun seine Kapazitäten deutlich verringern. Dabei sollen auch insgesamt 11.000 Stellen wegfallen. Derzeit sind es rund 26.300 Beschäftigte. Und in Bochum soll 2028 ein Standort geschlossen werden. Eine Schließung für ein Werk in Kreuztal-Eichen (NRW) ist immerhin vorerst vom Tisch. Aber auch für jene, die weiter dort arbeiten dürfen, kommen harte Zeiten. Denn nach drei Tagen Verhandlungen einigten sich Vertreter der Arbeitnehmer und des Thyssenkrupp-Steel-Vorstands auf einen bis 2030 gültigen Sanierungstarifvertrag, meldet die dpa. So will man den defizitären Stahlriesen wieder in die Gewinnzone hieven. Das bedeutet für die Angestellten aber, dass das Urlaubsgeld wegfällt und das Weihnachtsgeld reduziert wird. Außerdem wird die Wochenarbeitszeit auf 32,5 Stunden geschrumpft, die bisher bei maximal 34 Stunden lag. Das wirkt sich natürlich für viele Beschäftigten auf den Inhalt des Geldbeutels negativ aus.

Mit drastischem Sparkurs in bessere Zukunft für Thyssenkrupp Steel

Mit Blick auf den Sanierungstarifvertrag sprach die Konzernvorständin Marie Jaroni von einem wichtigen Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit von Thyssenkrupp Steel: „Wir bauen überschüssige Kapazitäten ab, verbessern die Effizienz und können so ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau erzielen.“ Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, sprach im Zuge dessen von einem tragfähigen Kompromiss, der für beide Seiten zwar schmerzhafte Elemente enthält, aber unumgänglich ist. Betriebsbedingte Kündigungen sind übrigens nicht geplant und Garantien für Standorte und Investitionen in die Anlagen gibt es auch, was als gute Signale gewertet werden darf. Die ursprüngliche „Horrorliste“ des Managements mit drastischen Einsparplänen sei demnach deutlich entschärft worden. Damit der Tarifvertrag gültig wird, steht noch die Zustimmung der IG-Metall-Mitglieder bei dem Stahlhersteller aus. Außerdem müsse die Konzernmutter Thyssenkrupp die Finanzierung sicherstellen.

(ID:50481172)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung