Sonderwerkzeuge
Speedway-Kupplungen schnell in hoher Stückzahl fertigen

Ein Gastbeitrag von Nico Sauermann 4 min Lesedauer

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Die Motorsport-Disziplin Speedway verlangt von den Fahrern nicht nur viel Mut, sondern fordert auch das eingesetzte Material. Besonders beansprucht wird die Kupplung. Deshalb setzt der ehemalige Speedway-Fahrer Holger Lund bei den Verzahnungen seiner Kupplungsreibscheiben auf Sonderwerkzeuge der Paul Horn GmbH.

Keine Bremsen, keine Gangschaltung und hohe Geschwindigkeiten: Speedwaymotorräder fahren erfordert Können, Mut und das entsprechende Material.(Bild:  Horn/Sauermann)
Keine Bremsen, keine Gangschaltung und hohe Geschwindigkeiten: Speedwaymotorräder fahren erfordert Können, Mut und das entsprechende Material.
(Bild: Horn/Sauermann)

Wie ein Raketenstart ähnelt der Start eines Speedway-Rennens. „Mit dem Startsignal liegt das Drehmoment von rund 80 Newtonmetern des Einzylinder-Motors auf einen Schlag an. Da geht sofort die Post ab“, erzählt der ehemalige Speedway-Fahrer Holger Lund. Die Rennen finden auf einer flachen, ovalen Strecke statt. Der Bahnbelag besteht aus einem losen erdigen Untergrund. Die Bahnen haben eine Länge von 250 bis 450 Metern. Ein Lauf geht über vier Runden und dauert rund 60 bis 90 Sekunden. Die durchschnittlichen Geschwindigkeiten liegen ungefähr bei 70 bis 80 Kilometern pro Stunde, wobei auf den Geraden auch Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Die Kurven fährt der Fahrer mit einem Drift. Hierbei stellt er das kurveninnere Bein aus, um die Balance zu halten. Aufgrund der hohen Belastung und Geschwindigkeit trägt der Fahrer hierzu einen Gleitschuh mit einer Sohle aus Stahl.

Fahrer bauen die Maschine selbst zusammen – ohne Bremsen

Speedway-Motorräder haben weder Bremsen, Hinterradfederung noch eine Gangschaltung. Große Hersteller gibt es in der Szene nicht. Die Fahrer kaufen die Einzelteile und bauen die Maschine selbst nach ihren Bedürfnissen zusammen. Das Gewicht einer Maschine muss mindestens 80 Kilogramm betragen. Ein kritisches Bauteil, auf das die Fahrer einen hohen Wert legen, ist die Kupplung. Sie besteht aus vier Kupplungsscheiben mit dem aufgeklebten Belag und drei Reibscheiben mit einer inneren Kerbverzahnung. Das Lösen der trockenlaufenden Kupplungen geschieht durch Federkraft. Der Belag besteht aus einem eher weicheren Kunststoff. „Das Ding muss beim Start hacken ohne Rücksicht auf Verluste“, scherzt Lund. Speedway-Kupplungen sind reine Verschleißteile.