Leichtbau

Spezialwerkzeuge lassen ein Carbon-Chassis entstehen

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

„Grundsätzlich gilt bei der Verarbeitung von CFK: Vorschub erhöhen und die Schnittgeschwindigkeit geringer halten, um ein Verschmelzen der Harze mit den Spänen zu vermeiden“, erläutert Lifka.

Weil die gefrästen Werkstücke später sichtbare Fahrzeugteile sind, kommt es auf eine äußerst saubere und genaue Verarbeitung der Ränder an. Zum Besäumen und Feinfräsen wird ein VHM-Fräser mit gedrallter, kurvenförmiger Schneide in Größe 6 eingesetzt. Das Werkzeug mit vier Zähnen arbeitet mit einer Schnittgeschwindigkeit von 180 m/min und einem Zahnvorschub von 0,06 mm.

Spezielle Schneidenform ermöglicht gratfreies Fräsen der Unter- und Oberkante

Die spezielle Schneidenform ermöglicht ein gratfreies Fräsen der Unter- und Oberkante des CFK-Bauteiles. Die gleichzeitig ziehende und schiebende Schneide des VHM-Fräsers verhindert die Delamination des Werkstoffes. Wichtig ist es, den Fräser mittig zum Materialquerschnitt einzusetzen.

Für Bohrungen wird ein diamantbeschichteter VHM-Bohrer mit zylindrischem Schaft in Größe 6 verwendet. Er weist einen 90°-Spitzenwinkel und eine Spezialgeometrie auf. Die Führungsfase ist auf Materialien mit multidirektionalem Faserverlauf ausgelegt und verhindert dadurch Delamination und Gratbildung.

Mit dem Spezialbohrer wird mit einer Schnittgeschwindigkeit von 150 m/min und einem Vorschub von 0,05 mm pro Umdrehung gearbeitet. Die Zerspanungszeit für eine Radabdeckung beträgt insgesamt gerade einmal 2 min.

Der nächste große Schritt, Anfang 2011, ist die Anpassung der Prozesse für die Serienproduktion des Leichtbau-Roadsters. Dafür ist bereits eine neue Fünf-Achs-Werkzeugmaschine mit einem Verfahrweg von 3 m × 6 m bestellt, in die das ganze Fahrzeug hineingestellt werden kann. Damit kann Stangl & Co. auch größere CFK-Werkstücke bearbeiten – derzeit liegt das größte bei etwa 1000 mm × 1000 mm.

Für die Serienproduktion bedarf es einer Bearbeitungsstrategie

Zusammen mit der Hoffmann Group gilt es, für die Serienproduktion eine Bearbeitungsstrategie zu finden, die eine effiziente Bearbeitung bei gleichzeitig höchster Qualität von Maßen und Optik ermöglicht. „Das Thema Werkzeuge sehe ich hinsichtlich der anstehenden Serienproduktion mit höheren Stückzahlen völlig gelassen. Wir haben den richtigen Beratungspartner und mit Garant die richtigen Werkzeuge“, freut sich Kulzer. Im Sommer 2011 geht der erste Serien-Roding auf die Straße.

* Christian Freitag ist Markenmanager bei der Hoffmann GmbH in 81241 München.

(ID:25650950)