Gewindebohrer Spezielle Geometrie beseitigt die Probleme beim Gewindebohren

Autor / Redakteur: Young Bae Lee und Artur Pöppke / Rüdiger Kroh

Das Gewindebohren ist meist einer der letzten Schritte bei der Fertigung eines Bauteils. Deshalb sind die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Genauigkeit besonders hoch. Ein Werkzeug mit spezieller Geometrie verhindert Übermaßgewinde. Zusätzlich reduziert diese Geometrie die Abnutzung des Gewindebohrers.

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Bild 1: Beim Gewindebohren entsteht das Gewinde in einem Durchgang.
Bild 1: Beim Gewindebohren entsteht das Gewinde in einem Durchgang.
(Bild: YG-1)

Es ist bekannt, dass das Gewindebohren zu den anspruchsvollsten Zerspanungsvorgängen gehört. Es müssen die Späne entfernt und die Schneidkanten geschmiert werden. Darüber hinaus besteht keine Möglichkeit, den Vorschub zu variieren, weil dieser von der Steigung des Gewindes bestimmt wird.

Gewindebohrertyp entscheidender Faktor beim Herstellen von Gewinden

Bei der Herstellung von Gewinden ist der Gewindebohrertyp der entscheidende Faktor. In der Regel ist das Gewindebohren zudem noch einer der letzten Schritte bei der Produktion eines Bauteils und ein nicht fachgerecht gefertigtes Gewinde kann einen beachtlichen Teil der bereits erzielten Wertschöpfung zunichtemachen.

Andere Arten der Gewindeerzeugung wie das Gewindedrehen entfernen das Material oft in mehreren, zeitaufwendigen Durchgängen, um die Zielvorgaben wie Abmessungen oder Oberflächenqualität zu erreichen. Beim Gewindebohren sind mehrere Durchgänge nicht nötig, da der Zyklus vollständig durch das einmalige Ein- und Ausfahren bestimmt wird (Bild 1). Im Vergleich zum Bohren oder Reiben mit demselben Durchmesser ist der Spanraum sehr viel begrenzter. Obwohl dieser groß genug erscheint, ist der effektive Platz zur Evakuierung der Späne sehr schmal. (Bild 2 – siehe Bildergalerie)

Im Unterschied zu anderen Zerspanungswerkzeugen kann der Anwender weder die Schnittgeschwindigkeit noch den Vorschub selbst bestimmen, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Der Grund liegt darin, dass der Vorschub bereits durch die Steigung des Gewindes bestimmt ist und die Schnittgeschwindigkeit vom Material und dessen Härte abhängt.

Das Material muss beim Gewindebohren in einem Durchgang zerspant werden

Der Gewindebohrer muss das Material in einem Durchgang, gemäß der jeweiligen Gewindenorm, zerspanen. So ist beispielsweise das Spanvolumen eines Standardgewindes M12 × 1,75 größer als das eines Gewindes M12 × 1,25. Wenn man ein komplettes Gewindeprofil erzeugt, dringt der Gewindebohrer in eine vorgefertigte Bohrung ein, die geringfügig größer ist als der Enddurchmesser.

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