Honen Spezifische Maschinensteuerung macht das Honen transparenter

Autor / Redakteur: Henning Klein / Peter Königsreuther

Das Honen gilt in der Metallverarbeiterszene meist als Nischenverfahren. Eine Folge davon war, dass es bisher keine adäquaten Steuerungen für Honmaschinen gab, obwohl das Verfahren als solches ein nahezu unverzichtbarer Arbeitsschritt bei der Herstellung präziser Bauteile ist. Eine spezielle Steuerung soll das jetzt ändern.

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Bild 1: Das Bedienpanel der Honmaschinensteuerung HMC100 bietet einen öl- und kratzresistenten 19"-Touchscreen. Er lässt sich auch mit Handschuhen sicher betätigen.
Bild 1: Das Bedienpanel der Honmaschinensteuerung HMC100 bietet einen öl- und kratzresistenten 19"-Touchscreen. Er lässt sich auch mit Handschuhen sicher betätigen.
(Bild: Kadia)

Obwohl es sich beim Honen um eine sehr wichtige Endbearbeitungsmethode handelt – keine Einspritzpumpe ohne gehonte Hochdruckbohrung –, sehen sich die Konstrukteure von Honmaschinen einer unbefriedigenden Situation gegenüber: Der Markt bietet keine auf ihre Technik zugeschnittene Maschinensteuerung. Wo die Planer von Fräs-, Dreh- oder Schleifmaschinen einfach in den Baukasten greifen können, müssen sich die Honkollegen immer etwas Neues einfallen lassen. Sie weichen in der Regel auf universelle Steuerungen aus und passen diese an ihre komplexen Prozessfolgen an.

Bedienerfreundliche Übersicht an der Honmaschinensteuerung

Die Kadia Produktion GmbH wollte diesem Umstand ein Ende machen und hat eine spezielle Honsteuerung in Eigenregie entwickelt. Wichtig war dabei, dass vor allem ein Human Machine Interface (HMI) integriert wurde, das die vielseitigen Abläufe beim Honen optimal darstellt. Alle Maschinenfunktionen sowie sämtliche augenblicklichen Arbeitszustände und Prozessqualitäten sollten außerdem grafisch dargestellt weden. Kurz: mit der HMC 100 (Honing Machine Control 100) sollte eine Steuerung geboten werden, welche dem Anwender die bestmögliche Transparenz und Bedienungsfreundlichkeit zur Verfügung stellt.

Die Kernkomponente der Steuerung ist ein Bedienpanel mit robustem 19-Zoll-Touchscreen (Bild 1). Schon die Größe allein verspricht mehr Überblick, denn bislang waren 12-Zoll-Bildschirme die gängigen Dialoggeräte. Der verwendete Touchscreen ist außerdem aus ölbeständigen sowie kratzfesten Materialien aufgebaut und lässt sich auch mit Handschuhen noch gut bedienen. Es gibt nur wenige externe Hardwaredrucktasten für einige wesentliche Maschinenfunktionen, wie „Maschine Ein/Aus“, „Sofort Halt“, „Grundstellung“ und dergleichen. Für textliche und numerische Eingaben lässt sich eine Pop-up-Tastatur aktivieren.

IPC zur Steuerung mit Doppelkernprozessor und betriebssicherer SSD-Festplatte

Die Steuerung arbeitet dabei mit einem IPC, der einen leistungsfähigen Doppelkernprozessor und eine betriebssichere Solid State Drive (SSD-Festplatte) nutzt. Möchte der Bediener den Screen einmal reinigen, sichert er den augenblicklich angezeigten Inhalt einfach per Knopfdruck und kann den Bildschirm dann gefahrlos abwischen. Auf diese Weise ausgestattet ist die HMC100 eine industrietaugliche Hardware auf dem neuesten Stand der Technik.

Nach Meinung von Kadia ist es letztendlich die Aufgabe der Bedienersoftware, dem Honen die typische Komplexität zu nehmen und für die nötige Prozessübersicht zu sorgen. So eine Software lässt sich jedoch wegen der Komplexität des Honvorganges nicht von heute auf morgen aufbauen.

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