Elektrische Spritzgießmaschinen Spritzgießmaschinenreihe Elektra Evolution mit engerer Staffelung der Schießkraftgrößen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Mit einer 2300-kN-Spritzgießmaschine schließt der Maschinenbauer Ferromatik, Malterdingen, eine Lücke im Schließkraftbereich zwischen 1800 und 3000 kN bei der elektrischen Baureihe Elektra Evolution. Mit der Maschine Elektra Evolution 230 werde man den Wünschen der Spritzgießer gerecht, die „eine immer feinere Staffelung der Maschinengrößen“ bei den elektrischen Baureihen verlangten.

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Die Milacron-Tochter wird die elektrische Spritzgießmaschine mit 2300 kN Schließkraft auf der K 2007 (Halle 15, Stand B05) erstmals einem breiten Fachpublikum präsentieren. Damit schließt der Maschinenbauer die bisher größte Lücke im Schließkraftbereich bei der Baureihe Elektra Evolution, die ab der Messe acht Maschinengrößen von 300 bis 3000 kN umfassen wird.

Auf der K 2007 präsentiert Ferromatik Milacron die Maschine mit einer Standard-Holmweite von 660 mm × 660 mm. Das für diese Maschinenklasse üppige Raumangebot könne – so heißt es – entsprechend große Werkzeuge aufnehmen, die von Spritzeinheiten der Größen 970 und 1540 mit Hochleistungsplastifizierung bedient werden. Auf Wunsch ist auch die Kombination mit kleineren Spritzaggregaten möglich.

Auf der K 2007 mit Zwölffach-Werkzeug ausgestattet

Auf der Messe ist diese Maschine mit einer 970er-Spritzeinheit und einem Zwölffach-Heißkanalwerkzeug ausgestattet. Mit diesem Werkzeug des Spritzgießers Schick Wilkinson Sword werden Rasierklingenspender aus Polystyrol hergestellt. Die Spritzgießform wurde von der Braunform GmbH gebaut.

Die Maschine ist bei dieser Anwendung Bestandteil einer kompletten Fertigungszelle. Die Automatisierungs-, Materialversorgungs- und Temperiertechnik stammt vom Hersteller Wittmann. Bei einem Schussgewicht von knapp 76 g ist die Fertigungszelle für eine Zykluszeit von etwa 10 s ausgelegt.

Massive Linearführungen für die bewegliche Aufspannplatte

Ein wesentliches Merkmal der 2300-KN-Spritzgießmaschine sind die massiven Linearführungen. Damit wird die bewegliche Werkzeugaufspannplatte direkt auf dem Maschinenbett abgestützt. Das Ergebnis, so Ferromatik Milacron: ruhiges Laufverhalten, leichte Wartung und lange Lebensdauer.

Die Liste der Überarbeitungen setzt sich laut Milacron-Tochter beim Maschinenunterbau fort: Mit kleinen Änderungen, die vor allem die Wartungsfreundlichkeit betonen, habe man die neue Maschine weiter aufgewertet.

Wie den anderen Größen der Baureihe Elektra Evolution steht der 2300-kN-Maschine das gesamte Optionsspektrum des Maschinenbauers zur verfügung: zum Beispiel für vorkonfigurierte Mehrkomponenten- und Monosandwich-Ausführungen. Außerdem können hydraulische Hilfsantriebe integriert werden: etwa für Werkzeuge mit Kernzügen.

Mit einer Trockenlaufzahl von 43 (1,4 s/Zyklus) entsprechend Euromap gehöre die Maschinenreihe Elektra zu den flinken Maschinen, die je nach Anwendung in hoch produktive Bereiche vorstoßen, heißt es.

500-kN-Maschine für Leuchten mit 30% Hinterschnitt

Außer der 2300-kN-Maschine werden auf der K 2007 zwei weitere elektrische Spritzgießmaschine der Baureihe Elektra Evolution zu sehen sein: eine 500-kN-Maschine, die am Stand der Rudolf Riedel – KMT GmbH rotationssymmetrische Leuchten mit anspruchsvollem Desgin spritzgießen wird. Diese Spritzgießteile, die Bestandteil einer Leuchten-Designstudie sind, haben laut Ferromatik Milacron trotz einer sehr kleinen Wanddicke eine Innenhinterschneidung von 30%.

KMT besitzt eine Reihe von Patenten zur Herstellung stark hinterschnittener Spritzgießteile. Zur konturnahen Kühlung verwendet der Spritzgießer ein Werkzeug mit Lasercusing-Einsätzen von Dencker. Die Designstudie zeige, dass auch bei schwierigen Teilegeometrien Spritzgießen sinnvoll eingesetzt werden könne, falls man die richtigen Fertigungstechniken miteinander kombiniere.

Eine studentische Projektgruppe der Studienrichtung Kunststofftechnik der Fachhochschule Rosenheim stellt auf einer weiteren 500-kN-Maschine der Baureihe Elektra Evolution das das Ergebnis ihrer eigenständigen Designarbeit vor: Unter der Leitung von Prof. Peter Karlinger haben die Studenten einen Klebeband-Roller mit Abreißkante und einer integrierten Lupe entworfen. Der Clou: das transparente Polycarbonatteil ist nach dem Logo der Rosenheimer Fachhochschule gestaltet.

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