Industriebau Stahl oder Alu

Im Vergleich zu Stahl als traditionellem Metall ist der Werkstoff Aluminium noch nicht so lange in Gebrauch, hat sich aber aufgrund seiner Vorteile schnell etabliert. Aluminium lässt sich sowohl im...

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Im Vergleich zu Stahl als traditionellem Metall ist der Werkstoff Aluminium noch nicht so lange in Gebrauch, hat sich aber aufgrund seiner Vorteile schnell etabliert. Aluminium lässt sich sowohl im kalten als auch im warmen Zustand sehr gut verformen. Dadurch ergeben sich vielfältige Profilierungs- sowie dekorative Gestaltungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund bevorzugen vielen Architekten Aluminium.Alu verfügt über ein geringes spezifisches Gewicht, ist langlebig und pflegeleicht. Eine Herausforderung stellt die Konstruktion einer Feuerschutztür aus Aluminium dar, denn der Schmelzpunkt des Materials liegt bei 650 °C. Im Brandfall muss aber mit wesentlich höheren Temperaturen gerechnet werden. Hier kommt es darauf an, eine Konstruktion zu finden, die trotz des niedrigen Schmelzpunktes den Brandschutz-Anforderungen gerecht wird. Der Werkstoff Stahl ist nicht so leicht verformbar wie Aluminium. Durch diese Robustheit ist die maschinelle Produktion aufwändiger. Auch die Profilierung ist schwieriger als bei Aluminium. Aus diesem Grund sind Bauelemente aus Stahl im Gegensatz zu einem vergleichbaren Produkt aus Aluminium in der Regel teurer.Grundeigenschaft bestimmt den Einsatz am ObjektDie Verwendungsarten beider Materialen ergeben sich aus ihren Grundeigenschaften: Das weichere und optisch ansprechendere Aluminium eignet sich vor allem für den Einsatz in ästhetisch anspruchsvollen Objekten wie Hotels, Banken oder Verwaltungsgebäuden. An Orten, wo eine hohe Nutzungsfrequenz und höhere Beschädigungsrisiken vorherrschen — zum Beispiel in Krankenhäusern, Bahnhöfen oder gewerblichen Immobilien — sind Stahlelemente häufiger zu finden. In Krankenhäusern beispielsweise können durch den Bettenverkehr sehr bald Schäden an den Türen entstehen. Bei einer Stahltür lassen sie sich mit etwas Farbe schnell beheben. Türen aus Aluminium weisen nach Kollisionen Druckstellen auf, die sich nicht ohne weiteres ausbessern lassen. Zwei wesentliche Normen definieren jene Eigenschaften, die Brandschutzelemente leisten müssen: DIN 4102 legt brandschutztechnische Begriffe, Anforderungen und Prüfungen für Bauteile und Baustoffe fest. Feuerschutztüren müssen beispielsweise eine Brandprüfung bestehen. Die DIN-Norm legt fest, ob die Tür als feuerhemmend T30 (30 Minuten feuerundurchlässig) oder feuerbeständig T90 (90 Minuten feuerundurchlässig) eingestuft wird. Die DIN 18095 beinhaltet Bestimmungen und Prüfverfahren für den Rauchschutz. Für Türen ist eine Dauerfunktionsprüfung vorgesehen, die 200?000 Öffnungszyklen verlangt und eine Nutzungsdauer von 20 Jahren gewährleisten muss. Wichtig: Brandschutzanlagen müssen mindestens einmal jährlich von Sachkundigen geprüft werden. Erst mit dieser Prüfung bleibt auch die Gewährleistung zum Beispiel bei Ver-sicherungsansprüchen erhalten.Grundsätzlich lässt sich nicht festlegen, ob das eine oder andere Material besser für den Brandschutz geeignet ist. Das Konstruktionsprinzip einer Feuerschutztür beispielsweise ist unabhängig vom Werkstoff. Entscheidend sind die mineralischen Füllstoffe auf Silikatbasis, die in die Türen eingebracht werden. Diese gipsähnlichen Materialien haben Feuchtigkeit gebunden. Im Brandfall wird diese Feuchtigkeit freigegeben und trägt so dazu bei, dass Feuer und Rauch das Bauelement langsamer durchdringen. Menge, Format und Art dieser Brandschutzeinlagen entscheiden darüber, wie lange das Element dem Feuer widerstehen kann. Die solideste Brandschutztür ist überflüssig, wenn Maueranker und Dübel nicht die notwendige Beständigkeit aufweisen. Deren Anwendung ist in bauaufsichtlichen Zulassungen geregelt. Hersteller wie Hörmann liefern die erforderliche Verbindungstechnik gemeinsam mit den bestellten Brandschutzelementen. Reklamationsursache Nr. 1 bei Brandschutzelementen sind Fehler bei der Montage. Daher sollten Trockenbauer die umfangreichen Seminarangebote von etablierten Herstellern nutzen, um Ihren Kunden eine Montage in allerbester handwerklicher Qualität anbieten zu können. Als Arbeitsgrundlage für Planer und Handwerk bietet beispielsweise Hörmann das Seminar Trockenbau-Praxis an, dessen Teilnehmer zur Unterstützung im Tagesgeschäft unter anderem den Ordner Trockenbau-Praxis erhalten. Diese Kundenveranstaltung zu den Produkten Feuer- und Rauchschutztüren sowie Stahlzargen umfasst neben Produktinformationen auch die Vorstellung eines Hörmann-Statikprogramms. Die Frage, ob Stahl oder Aluminium verarbeitet wird, ist weniger unter brandschutztechnischen Aspekten zu sehen, sondern vielmehr abhängig von dem jeweiligen Verwendungszweck und dem Objekt, in dem das Bauelement eingesetzt wird. Wer in punkto Ästhetik Prioritäten setzt, wird den Werkstoff Aluminium bevorzugen. Wenn Robustheit für den Einsatz in hochfrequentierten Gebäuden im Vordergrund steht, ist Stahl das geeignetere Material.

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Link: Hörmann KG