Elektrokonstruktion

Standardisierte Schaltanlagenplanung spart Kosten

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Durchgängige Prozesskette der Elektroplanung

Zeitgleich mit der Einführung von Cogineer hat Siemens in Leipzig Eplan Pro Panel, die dreidimensionale Schaltschrankplanung, eingeführt. Für dieses Projekt war und ist Tobias Isensee verantwortlich. Er sieht deutliche Vorteile in der parallelen Einführung der beiden Eplan-Module: „Die Arbeitsweise in Cogineer, zum Beispiel das Setzen von Verbindungs-Definitionspunkten, hatte zur Folge, dass wir Pro Panel innerhalb von kürzester Zeit produktiv nutzen konnten und jetzt mit einer durchgängigen Prozesskette der Elektroplanung arbeiten.“

Das verbessert zum Beispiel die (externe) Kabelkonfektionierung.„Hier haben wir sehr spezielle Anforderungen und nutzen sehr viele Querschnitte und Farben. Das lässt sich in Pro Panel gut abbilden. Und das automatisierte Routing steigert die Qualität und sorgt für ein einheitliches Bild in den Schaltschränken“, erklärt Isensee. Für die mechanischen Bauteile hat Siemens in Pro Panel ebenfalls Standards festgelegt: „Die Montageplatten sind standardmäßig mit Kabelkanälen und Hutschienen bestückt, die Elektrokonstrukteure können dadurch die Geräte optimal und nach internen Vorgaben platzieren, die gemeinsam mit der Fertigung entwickelt wurden. Das verbessert zugleich die Qualität.“ Auch die Berechnung des Kabelkanalfüllgrades und Kollisionsprüfung sind aus Sicht von Siemens praktische Hilfsmittel, und bei der Gerätebestellung beispielsweise von Klemmen vereinfache sich durch Pro Panel ebenfalls der Aufwand.

Wo spart man Zeit und Kosten?

Natürlich bewerten die Siemens-Ingenieure sehr genau die Relation von Aufwand und Einsparung sowohl bei den Kosten als auch bei der Durchlaufzeit. Strusch gibt zu: „Aktuell haben wir bei der Planung teilweise noch höheren Aufwand. Das liegt am höheren Detaillierungsgrad der Elektrokonstruktion. Früher waren wir manchmal mit dem Stromlaufplan schneller fertig.“ Andererseit helfe hier aber jetzt die Software Cogineer. Sie gebe die Zeit zurück.

Beim Verdrahten, so das Team, verkürze sich der Aufwand deutlich: Weil der Monteur fertig beschriftete und konfektionierte Leitungen erhält, spart Siemens bis zu 40 % der Verdrahtungszeit. Die Leitungen sind zwar etwas teurer, weil veredelt, aber unterm Strich kann deutlich gespart werden. Auch fehlerbedingte Mehrkosten reduzieren sich, weil sich dank des Routings Qualitätsverbesserungen ergeben.“

Bei Siemens sieht man die 2018 begonnene Einführung von Pro Panel und Cogineer als laufenden Prozess, der im Sinne der kontinuierlichen Selbstoptimierung noch nicht beendet ist, wie Pusch berichtet: „Wir stellen monatlich ein neues Cogineer-Release zur Verfügung, in das auch Feedbacks aus dem Engineering oder geänderte Gerätedaten einfließen. Wir pflegen diese Änderungen dann zentral ein und profitieren davon, dass wir nicht 50 Makros ändern oder anpassen müssen.“ Dabei profitiert das Engineering auch von einer „eingebauten“ Qualitätssteigerung: „Wenn wir aus der Fertigung die Information erhalten, dass eine Vorgabe nicht umgesetzt werden konnte, passen wir das direkt in Cogineer an.“ Auch mit Eplan stehen die Projektverantwortlichen im kontinuierlichen Austausch.

Warten auf die Cloud-Lösung

Auf der Agenda der Siemens-Elektrokonstrukteure in Leipzig steht aktuell die Nutzung von E-Pulse. Das ist die cloud-basierte Plattform für die Elektrokonstruktion, welche die Zusammenarbeit und den Zugang zu allen Projekten ermöglicht. Warum das interessant ist, erläutert Strusch: „Wir arbeiten eng mit unseren Schwesterwerken in mehreren Ländern, unter anderem in Portugal, China und in der Türkei, zusammen. Oft übernehmen wir hier in der Lead Factory die Planung und Teile des Engineerings für Anlagen, welche in diesen Werken gefertigt werden. Die Vereinheitlichung durch Eplan hat uns hier schon sehr viel weitergebracht. Wenn wir uns nun auf einer gemeinsamen Konstruktionsplattform mit diesen ‚Hubs’ verbinden könnten, wäre das ein weiterer Schritt in Richtung Standardisierung und eröffnet auch neue Möglichkeiten der standortübergreifenden Kollaboration.“

Das Warten war kurz: Seit Juni 2020 soll die entsprechende Cloud-Software E-Build den Anwendern zur Verfügung stehen.

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