Elektromobilität Start der CFK-Bauteilserienfertigung für das BMW-Elektroauto i3
Der Automobilhersteller BMW hat im Komponentenwerk Landshut eine Produktionsstätte für CFK-Bauteile in Betrieb genommen. Dort werden Karosserieteile aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) für die Modelle i3 und i8 produziert. Das Elektroauto i3 wird im Jahr 2013 am Markt eingeführt. Ein Jahr später folgt der Hybridsportwagen i8 mit Elektroantrieb und Verbrennungsmotor.
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Rund 40 Mio. Euro hat BMW in die Produktionsstätte des Werks Landhut investiert. Der Aufbau des Innovations- und Produktionszentrums dauerte rund zwei Jahre. In der ersten Phase musste für die CFK-Bauteilfertigung Platz geschaffen werden. So hat man andere, etablierte Prozesse verlagert.
„Es nutzt nichts, an traditionellen Prozessen festzuhalten, die anderswo kostengünstiger laufen“, warb BMW-Vorstand Dr. Herbert Diess auf der Einweihungsfeier der Produktionsstätte für den Aufbruch des Automobilherstellers ins Zeitalter des emissionsfreien Fahrens.
Im BMW-Komponentenwerk Landshut werden die Gelege zugeschnitten
Installiert wurde eine Fertigungslinie, die fünf Prozesse umfasst: Schneiden, Preformen, Konfektionieren, Harzinjektion und mechanische Bearbeitung. Das Carbonfasergelege kommt als Bahnware von Wackersdorf.
Dort haben BMW und der Faserhersteller SGL Carbon ein Joint Venture, das die textilen Gelege bauteilgerecht produziert. Im Werk Landshut werden die Gelege zugeschnitten und mehrere dieser Zuschnitte in Abhängigkeit von der erforderlichen Bauteilsteifigkeit aufeinandergelegt. Danach kommt das Prefomen: Die textilen Lagenpakete erhalten in einer Preform-Presse eine dreidimensionale Kontur.
Drei 3200-kN-Pressen für das Hochdruck-RTM-Verfahren
Diese Preforms lassen sich vor der Harzinektion zu einem größeren, geometrisch komplexeren Endstücken konfektionieren. Dazu werden die Preforms miteinander vernäht. Auf diese Weise entstehen großflächige Karosseriebauteile, in die unterschiedliche Funktionselemente sind. Im Hochdruck-RTM-Verfahren werden diese dreidimensional vorgeformten und teilweise miteinander vernähten Lagenpakete mit Harz imprägniert.
Für die Harzinjektion und -aushärtung kommen die textilen Vorformlinge in Presswerkzeuge. Für das Hochdruck-RTM-Verfahren umfasst die CFK-Bauteilfertigung drei Pressen mit je 36.000 kN Schließkraft. Das Gewicht der Presswerkzeuge liegt bei etwa 85 t.
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