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Standsicherheit Steigechnik: Änderung der Leiternorm DIN EN 131

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Zum 1. Januar 2018 tritt die überarbeitete Norm DIN EN 131 in Kraft. Wichtigste Änderung: Gewerblich genutzte Anlegeleitern von mehr als 3 m Länge müssen künftig grundsätzlich eine Standverbreiterung aufweisen.

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Normänderungen der DIN EN 131 sollen künftig für mehr Stand- und Arbeitssicherheit sorgen.
Normänderungen der DIN EN 131 sollen künftig für mehr Stand- und Arbeitssicherheit sorgen.
(Bild: iStock.com)

Absturzunfälle sind keine Seltenheit und können für die Betroffenen gravierende Folgen haben. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zählte im Zeitraum 2009 bis 2016 insgesamt 1499 tödliche Arbeitsunfälle – mehr als ein Viertel davon sind auf Abstürze zurückzuführen. Leitern und Tritte waren an knapp 14 % der tödlichen Absturzunfälle beteiligt. Laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) ist mangelhafte Standsicherheit die Ursache von fast 90 % aller Leiterunfälle.

Die Änderung der Norm DIN EN 131 soll den Einsatz von Anlegeleitern ab 1. Januar 2018 europaweit sicherer machen und bezieht sich im Wesentlichen auf die Standbreite. So müssen alle tragbaren Anlegeleitern ab einer Länge von über 3 m künftig mit einer Quertraverse versehen oder konisch aufgebaut sein. Die neue Regelung gilt auch für Mehrzweckleitern mit vorhandener Quertraverse, deren Oberleiter ausziehbar und separat nutzbar ist. Ist das obere, herausnehmbare Leiterteil über 3 m, darf es nur dann von der Leiter trennbar sein, wenn es die neuen Anforderungen in Sachen Standbreite erfüllt. Je nach Leiterlänge ist eine Standverbreiterung bis maximal 1,2 m erforderlich.

Altbestände prüfen lassen

Die Änderung der Leiternorm wurde durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) unter Mitwirkung von Prüfinstituten, Berufsgenossenschaften und Herstellern umgesetzt. Die neuen Richtlinien betreffen alle gewerblichen Anwender, die Anlegeleitern verwenden, und haben weitreichende Auswirkungen auf die Leiterbestände der Unternehmen. „Viele ältere Leitern können mit einer entsprechenden Quertraverse nachgerüstet und für die neuen Anforderungen fit gemacht werden. Dann sollten Sie die Altbestände allerdings auch einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen. Ob eine Leiter tatsächlich noch dem aktuellen Stand der Technik entspricht, entscheidet der prüfende Fachbetrieb. Nur so kann man als Unternehmen sicher sein, auch wirklich alle aktuellen Normanforderungen zu erfüllen“, rät Jonas Kirchner, Produktmanager für Steigtechnik bei Kaiser+Kraft. Das Unternehmen unterstützt die normgerechte Umstellung mit einem themenspezifischen DIN-EN-131-Online-Shop.

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