Technische Textilien

Stoffe mit viel Potenzial

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Mit den Auswirkungen auf den Menschen beschäftigt sich das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen. Es ist eines der Institute, die zum Thema Textilien einen international ausstrahlenden Ruf genießen.

Etablierte Prozesse werden durch das Einbringen von Informationstechnologien verändert. Dieses trifft häufig ältere Mitarbeiter und gerade von den über 50-Jährigen gibt es viele, wie das Projekt Textilfit des Berufsforschungs- und Beratungsinstituts für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e. V.) aus Bochum beschreibt. Bei elf untersuchten Unternehmen lag der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter über 50 zwischen 24,6 und 48,5 %. Für den Unternehmenserfolg bei Transformationen in Richtung Industrie 4.0 ist relevant, dass alle Mitarbeiter berücksichtigt und beteiligt werden. Durch das DFG-Forschungsprojekt Wisotex 4.0 sollen Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Verbände erstellt werden.

Dabei ist eine Methode zur Stützung des Erkenntnisprozesses die Durchführung von Interviews mit 50 Unternehmen und Experten. Jan Jordan vom ITA beschäftigt sich im DFG-Projekt „Wisotex 4.0“, das mit Technikhistorikern und Wirtschaftsgeographen der RWTH Aachen durchgeführt wird, mit der Frage, welcher Bedarf an Implementierung von Digitalisierungskonzepten besteht, welcher Nutzen antizipiert wird und welche Voraussetzungen an eine „gute Implementierung“ gestellt sind.

Im Rahmen des Projektes werden circa 50 Unternehmensinterviews durchgeführt. Entscheidend ist der Bedarf, den ein Unternehmen wahrnimmt, und wie es vermutet, dass Digitalisierungskonzepte Unterstützung bieten können. Des Weiteren ist es nötig zu ermitteln, welchen Nutzen die Mitarbeiter in Digitalisierungstools erkennen, um ausreichend Akzeptanz für die Nutzung der neuen Möglichkeiten zu schaffen, so Jordan. Zusätzlich betreibt das ITA gemeinsam mit McKinsey & Company, Inc. sowie weiteren Unternehmenspartnern in Aachen das Digital Capability Center (DCC) in Aachen. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine realitätsgetreue Produktionsumgebung. Diese Umgebung produziert ein „Intelligentes Armband“. Berücksichtigt werden dabei die wesentlichen Aspekte einer textilen Fertigung von der Entwicklung über den Einkauf bis hin zur Produktion sowie dem Service. Es kann unterschieden werden zwischen dem Zustand vor und nach der Einführung von digitalen Techniken. Damit ist eine Aussage über die Auswirkungen möglich und es lässt sich ermitteln, welche Technik für das betrachtete Unternehmen geeignet ist.

Praktische Erfahrungen mit dem Thema hat Thomas Fischer als Leiter der Anwendungstechnik der Terrot GmbH, eines Rundstrickmaschinen-Herstellers aus Chemnitz. Fischer meint, das Thema Industrie 4.0 komme bei den hoch technisierten Kunden auf die Tagesordnung. Dabei stellen Rundstrickmaschinen Massenwaren her. Zurzeit beschäftigt sich der Techniker mit der Verarbeitung von Kevlar-Garnen im Rundstrickverfahren. Das Produkt wird später in den Bereichen für Feuerwehr, Polizei, Streitkräfte und im Extremsportbereich eingesetzt.

Textil ist bislang sehr traditionell geprägt, ein Umdenken hat stattgefunden und Digitalisierung wird als notwendiges Mittel angesehen, um mit dem Wandel Schritt zu halten. MM

(ID:45261003)