Timtos 2023 Taiwanesische Werkzeugmaschinenbauer stellen sich für die Zukunft auf

Von M. A. Benedikt Hofmann 2 min Lesedauer

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Vom 6. bis 11. März 2023 fand die Timtos (Taipei International Machine Tool Show) erstmals wieder auch für internationale Besucher on premise statt. Die wichtigsten Gesprächsthemen waren auch hier Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Insgesamt konnte die Timtos 2023 45.000 Besucher anlocken.(Bild:  Timtos)
Insgesamt konnte die Timtos 2023 45.000 Besucher anlocken.
(Bild: Timtos)

Insgesamt konnte die Timtos 2023 45.000 Besucher in das Taipei Nangang Exhibition Center locken. Darunter waren nach Fall der Reiserestriktionen auch fast 6.000 Besucher aus mehr als 100 Ländern, so die Veranstalter. Das Veranstaltungsprogramm – Future Manufacturing Forum, ESG-Seminare, Maker Workshop, Insights Talk, Marine & Offshore Machinery Seminar und Metalworking Ecosystem Guided Tours – bot Platz für rund 1.000 Teilnehmer.

Auch in Taiwan war die Entwicklung hin zur CO2-neutralen Produktion eines der wichtigsten Themen an den Ständen. Die taiwanesischen Maschinenbauer haben verstanden, das nachhaltige Produkte zukünftig eine Grundvoraussetzung für Erfolg auf den internationalen Märkten sein werden. Gepaart mit dem Thema Digitalisierung ergibt sich daraus eine Kombination, die das zukünftige Erfolgsgeheimnis der taiwanesischen Industrie sein soll.

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Die Konkurrenz im Rücken

Diese schnelle Adaption aktueller Themen kommt aber nicht von ungefähr, denn auch in Taiwan sieht man sich großen Herausforderungen gegenüber. Zu diesen gehören unter anderem die Fortschritte, die chinesischen Maschinenbauer während der Coronapandemie gemacht haben. „Wir müssen wirklich anerkennen, dass die chinesischen Unternehmen diese Zeit gut genutzt haben. Sicher sind sie noch nicht auf dem selben Level, wie unsere Hersteller, aber sie haben den Abstand ganz klar verkürzt“, erklärt Larry Wei, Vorsitzender des Timtos Mit-Veranstalters Tami im Gespräch vor Ort. Diese Entwicklung sehen auch viele der Unternehmenslenker. Sie ist doppelt bedeutend, da den taiwanesischen Werkzeugmaschinenbauern so nicht nur eine neue Konkurrenz auf internationalen Märkten (beispielsweise im für Taiwan besonders wichtigen Italien oder der Türkei) sondern auch direkt im chinesischen Markt entsteht.

Eine weitere Herausforderung, die wir in Deutschland nur zu gut kennen, ist der Fachkräftemangel. So berichteten nahezu alle Experten vor Ort, dass es zunehmend schwieriger wird, die benötigten Fachkräfte zu rekrutieren. In Taiwan liegt das verschiedenen Aussagen zufolge vor allem daran, dass andere Berufe (beispielsweise Gastronomie und Tourismus) bei jungen Menschen im Fokus stehen. Auch deshalb wird in Taiwan die Automatisierung der Industrie ein immer wichtigeres Thema.

Was blieb nach der Messe hängen?

Deutlich wurde vor Ort die Fähigkeit der taiwanesischen Industrie, sich auf Gegebenheiten anzupassen und die Strategie entsprechend zu verändern. Wurde in den vergangenen Jahren nahezu an jedem Stand die Digitalisierung platziert, war jetzt die Nachhaltigkeit ebenso präsent. An mancher Stelle können sich deutsche Unternehmen bei der Reaktionsgeschwindigkeit noch eine Scheibe von ihren Kollegen in Taiwan noch eine Scheibe abschneiden. Abzuwarten bleibt aber, wie sich die Nachhaltigkeit auch in der Industrie in Taiwan verfestigen wird und ob es mehr wird als ein Marketing-Claim. Gerade vor dem Hintergrund des Lieferkettengesetzes der EU wird das ausschlaggebend dafür sein, ob Hersteller aus Taiwan tatsächlich eine Alternative für europäische Unternehmen bleiben und werden.  (bh)

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